29. Januar 2016

Thiele: Unsensibler Umgang mit barockem Dresdner Herzen

Wiedererrichten des Palais Riesch mit moderner Architektur untragbar

Der Lückenschluss am Neumarkt ist eines der wichtigsten Themen für die Dresdner Innenstadt. An kaum einer anderen Stelle ist in den letzten Jahren so viel über architektonischen Sinn und Unsinn diskutiert worden. Jetzt hat die CG-Gruppe aus Berlin ihren Entwurf für das Palais Riesch auf der Rampischen Straße vorgestellt – das Ergebnis schlägt hohe Wellen und ist von fast allen Seiten betrachtet ernüchternd. Dies kommentiert der baupolitische Sprecher der CDU-Fraktion, Gunter Thiele, entsprechend:

„Um eines klarzustellen: Wir begrüßen es ausdrücklich, dass sich die CG-Gruppe um Herrn Christoph Gröner der Aufgabe widmet und sich diesem Bereich des Neumarkts verschrieben hat – dies war auch wirklich Zeit. Dafür bin ich Herrn Gröner sehr dankbar.

Leider ist das gestern vorgestellte Ergebnis der Planungen für das Palais Riesch aber mehr als ernüchternd. Der erneute Versuch, am Neumarkt mit moderner Architektur zu punkten, treibt der Mehrzahl der Dresdner auch dieses Mal wieder Tränen in die Augen. Das Herz der Dresdner schlägt vor allem am Neumarkt barock -  das Palais Riesch bildet dabei keine Ausnahme.
Wir begrüßen Investoren, die sich um den Wiederaufbau des Neumarkts kümmern wollen, erwarten dabei aber, dass sie die Stadtarchitektur Dresdens respektieren. Der aktuelle Entwurf tut dies leider nicht, weshalb mir in diesem Fall v.a. die Rolle der ‚Fachjury‘ schleierhaft ist. Wir lehnen den vorgestellten Entwurf so ab, sind aber gesprächsbereit.“

Aus der jüngeren Vergangenheit sind z.B. noch die Pläne zur modernen Gestaltung des Gewandhauses sowie des Quartiers V/1 in negativer Erinnerung – auch hier waren die Bestrebungen von Investoren, aus den historischen Wiederaufbauten moderne Exemplare zu kreieren, auf deutliche Ablehnung gestoßen.

Dresden, den 29. Januar 2016