25. September 2016

Feuerwehr, Rettungswache, Sanitätsdienst – wichtige Bausteine einer Gesellschaft

Teil 2: Feuerwehr und Rettungsdienst – direkt verknüpft

Fragt man Kinder im Kindergartenalter „Was wollt ihr später einmal werden?“, wird definitiv immer ein Feuerwehrmann dabei sein. Aber die Welt aus Kinderaugen ist meist ganz unbeschwert und der Vielschichtigkeit der einhergehenden Verantwortung oftmals nicht gerecht werdend. Dennoch wird ein Besuch der neuen Rettungswache Albertstadt nicht nur Kinderherzen erfreuen. Aber erst etwas zur Geschichte, denn mit der feierlichen Übergabe der Feuer- und Rettungswache Albertstadt wurde ein weiterer größerer Meilenstein aus dem Brandschutzbedarfsplan 2009 umgesetzt.

Geschichtlich betrachtet, ersetzt die neue Rettungswache den alten Standort Louisenstraße 14/16, eine der bisherig bedeutsamsten Feuerwachen in Dresden. Nach 100 und 2 Tagen (wie man den Veröffentlichungen des Stadtfeuerwehrverbandes entnehmen kann – www.stadtfeuerwehrverband-dresden.de) schließt somit dieser Traditionsstandort und es öffnet sich ein neuer Standort, um Geschichte zu schreiben.

Die Grundlage dafür ergibt sich bereits aus dem neu ausgewählten Standort für die Rettungswache Albertstadt. Diese wurde auf einem hoch interessanten Gelände angesiedelt. Eine alte Kaserne dient als neues „Zuhause“ für die Feuerwehr- und Sanitätsleute. Wiedereinmal wurde in Dresden unter Beweis gestellt, dass man städtebaulich alte und neue Bauten gut miteinander kombinieren kann. Denkmalgerecht saniert, erstrahlt nun die alte Kaserne in Verbindung mit einem, allen modernen Anforderungen bzw. Voraussetzungen entsprechenden, neuen Gebäudekomplex. Hierbei vereinen sich an der Magazinstraße modernste Technik für den Sanitäts- und Feuerwehrdienst der Kameraden und Kameradinnen. Für Dresden als Straßenbahnstadt findet sich dann auch eine kleine Besonderheit in der technischen Ausstattung wieder, denn es gibt ein Fahrzeug zur technischen Hilfe für die Straßenbahn. Weiterhin gehören selbstverständlich die für die Arbeit notwendigen Einsatzfahrzeuge wie Rettungstransportwagen, Notarzteinsatzfahrzeuge und u. a. auch ein Großtanklöschfahrzeug zur standardmäßigen Ausstattung dazu.

Am 25. April 2016 war es dann endlich soweit und der Erste Bürgermeister Detlef Sittel gemeinsam mit dem Leiter des Brand- und Katastrophenschutzamtes Andreas Rümpel übergaben die neue Feuer- und Rettungswache Albertstadt feierlich mit einem symbolischen goldenen Schlüssel an den Leiter der Feuerwache Frank Barwitzki.

Die Übergabe erfolgte auch hier mit einem großen Dankeschön des Leiters des Brand- und Katastrophenschutzamtes Andreas Rümpel an den zuständigen Bürgermeister für Ordnung und Sicherheit, der wiedermal sein gutes politisches und strategisches Gespür unter Beweis gestellt hätte im Zusammenhang mit der Umsetzung des Brandschutzbedarfsplanes.

Detlef Sittel untersetzt diese Aussage eigentlich nur: „Die Rettungswache ist der Schlussstrichs in der Umsetzung des Programms. Strategisch gesehen, bedeutet es auch mehr Sicherheit für den Dresdner Norden und eine erhebliche Verbesserung des Brandschutzes. Das Projekt geht auf die Brandschutzbedarfsplanung von 2009 zurück und dessen Umsetzung ist für Dresden wichtig“.

Dieser Aussagen konnte sich Staatsminister Markus Ulbig nur anschließen. In seinen Ausführungen konnte man ebenfalls nur Lob entnehmen. Es hat sich für Dresden gelohnt, konsequent an der Umsetzung gearbeitet zu haben und das hat Dresden einfach gut gemacht. In Vertretung für den Rettungsdienst des DRK hat sich Lars Rohwer diesen Worten angeschlossen, denn letztendlich zählt nur der Gedanke „Helfen ohne Ansehen der Person und dafür ist mit dieser Rettungswache ein guter Baustein für das gemeinsame Zusammenleben unter einem Dach gemacht“.

Somit konnten die Stadträte der Landeshauptstadt Dresden, Abgeordnete des Sächsischen Landtages und Journalisten an diesem Vormittag viele verschiedene Eindrücke sammeln. Sei es über die Kosten für das Gesamtvorhaben, welche bei 17,6 Millionen liegen, wovon 1,5 Millionen das Land in Form von Fördergeldern beigesteuert hat oder über die Räumlichkeiten vor Ort, bei einer interessanten Führung in der jeder Raum der neuen Rettungswache erkundet werden konnte. Allerdings trifft man auch dabei auf ungewöhnliche kleine Dinge, wie eine Fledermausansiedlung auf dem Dachboden und Feuerwehrmänner, die einem beim Blick in die Küche begrüßen: „Ja, Feuerwehrmann ist der beste Ehemann. Er kann putzen. Er kann kochen. Was will man mehr!“ Natürlich alles mit einem Schmunzeln auf den Lippen begleitet, aber es macht auch diesen Teil sehr sympathisch.

Und diese Sympathie ist einfach ansteckend und auch notwendig. Zwar scheint die neue Feuer- und Rettungswache Albertstadt rein äußerlich fertig zu sein, ist sie aber nicht. Es bedarf noch weiterer wichtiger und grundsätzlicher Notwendigkeiten, um die Kameraden und Kameradinnen immer auf den aktuellen Ausbildungsstand zu halten. Hierfür sind weitere Investitionen im Rahmen eines Brandübungshauses mit integrierter Brandsimulationsanlage, einer Übungshalle für technische Hilfe und Taktik in der Brandbekämpfung, einem Freigelände technische Hilfe und Brandbekämpfung erforderlich. Kosten, die eine Grundlage zur Ausübung der Pflichten von Sanitäts- und Rettungsdienst, aber auch der Feuerwehrleute sind.

Aber vorab aller Gelder können sich alle neugierig gewordenen Dresdner und Nichtdresdner am 22. Oktober 2016 selbst von der Feuer- und Rettungswache überzeugen lassen, denn diese lädt zur Besichtigung ein. Auf jeden Fall einen Besuch wert!

Annett Grundmann
Stadträtin u.a. im Ausschuss für Allgemeine Verwaltung, Ordnung und Sicherheit