28. Mai 2016

Feuerwehr, Rettungswache, Sanitätsdienst als wichtige Bausteine einer Gesellschaft

Teil 1: Die Feuerwehr - Zwischen Ehren- und Hauptamt eine gemeinsame Basis finden

Manche Abende beeindrucken einen als Stadträtin besonders. Dies war am 8. April 2016 im Stadtmuseum Dresden zur 25. Verbandsversammlung des Stadtfeuerwehrverbandes Dresden e. V. und der Jahreshauptversammlung der Freiwilligen Feuerwehr Dresden der Fall. Im feierlichen Rahmen des Festsaals des Stadtmuseums Dresden fand diese außergewöhnliche Doppelveranstaltung statt. Was nüchtern nach Grußworten und Rechenschafts- bzw. Kassenberichten mit Entlastung und Neuwahlen klingt, wurde zu einer ganz außergewöhnlichen, lebendigen und herzlichen Veranstaltung.

Bereits mit den ersten Worten der Begrüßung von Herrn Oberbürgermeister Dirk Hilbert, zeigt sich sehr deutlich, welch wichtige Grundlagen beide Feuerwehrverbände in der Landeshauptstadt Dresden bilden. Er bedankt sich außerordentlich für das tägliche Engagement jedes einzelnen Feuerwehrmanns, das Einbringen in die Kinder- und Jugendarbeit und vor allem dankt er auch dem Chef des Stadtfeuerverbandes Dresden e. V. Frieder Hofmann, der an diesem Abend sein wichtiges Amt würdevoll an einen Nachfolger weitergibt. „Ein wichtiger Ausgangspunkt für die Arbeit ist vor allem auch die Ausstattung. Wir werden am Ball bleiben, um diese wesentliche Arbeitsgrundlage zu erhalten.“, so sagt Dirk Hilbert.

Im anschließenden Rechenschaftsbericht, den Amtsleiter Herr Andreas Rümpel vorstellt, wird es dann ebenfalls herzlich, unkonventionell und beinhaltend mit einem Dankeschön an die Stadträte und ihre unterstützende Arbeit: „Es ist sensationell, was der Stadtrat alles in den letzten Jahren an finanziellen Mitteln zur Verfügung gestellt hat. Allerdings war unsere Basis sehr schlecht gewesen, so dass es weiterer notwendiger Investitionen bedarf, wie z. B. ein Gerätehaus in Mobschatz.“

Mit Ehrfurcht und Respekt spricht Herr Rümpel von den gemeinsamen Anfängen zwischen dem Stadtfeuerwehrverband und der Freiwilligen Feuerwehr „Gemeinsame Ziele haben; das hat uns vereint.“. Er berichtet weiter über die aktuellen Zahlen des alltäglichen Arbeitsgeschehens der Feuerwehren in Dresden. 28.762 Einsätze verschiedenster Art wurden im Jahr 2015 durchgeführt. Wer jetzt aber denkt, dass dies „nur“ Brände waren, hat weit gefehlt – Brände, Technische Hilfsleistungen, Umweltschutzeinsätze, Notfallrettung und natürlich auch der ein oder andere Fehlalarm. Das Aufgabengebiet ist vielfältig und herausfordernd. Aus der Leidenschaft des Berichterstatters hört man aber vor allem eine Herzensangelegenheit heraus – die Jugendarbeit vor Ort in den 20 Jugendfeuerwehren. Insgesamt 305 Kinder und Jugendliche gehen dieser interessanten und außergewöhnlichen Freizeitbeschäftigung nach. Ein kleiner Ausblick auf die anstehenden Aufgaben in Bezug auf die Schaffung von erforderlichen Voraussetzungen für die Ausbildung von Notfallsanitätern rundete den Rechenschaftsbericht ab.

Worte der Ehrung für Herrn Frieder Hofmann gaben dem Abend neben den vielen Auszeichnungen bzw. den Anerkennungen der Leistungen der einzelnen Feuerwehrmänner dann einen guten Abschluss. „Anstoß und Zurückholen bildet die Verknüpfung zwischen Freiwilliger Feuerwehr und Stadtfeuerwehr. Es war keine gute Zusammenarbeit, sondern eine weit darüber hinausgehende Zusammenarbeit - gegenseitige Motivation.“, führte allerdings der Chef des Stadtfeuerwehrverbandes Frieder Hofmann weiter aus.

Mit dem mahnenden Blick in die Ausbildung unserer Kinder und Jugendlichen weist er auf die oftmals fehlende finanzielle Förderung dieser Arbeit hin. Kleine wegweisende Bausteine für unsere Zukunft werden oft im Alltag zu wenig wahrgenommen oder vernachlässigt, wie u. a. eine noch intensivere  Unterstützung auf die Jugendfeuerwehr. Leider. Stolpersteine, die nicht immer nur bei Förderern oder Sponsoren liegen, sondern an Strukturen und gesetzlichen Bestimmungen, können nicht ausgeräumt werden.

Auch kommuniziert Frieder Hofmann ganz klar, wir sind EINE Feuerwehr. Die Feuerwehr ist ein starker fester Baum, z. B. wie eine Winterlinde und jeder im Raum scheint den Bezug selbstverständlich herzustellen. Auch wenn der genannte Vergleich zwischen Feuerwehr und Baum mit dem Alter einer Winterlinde von 300 Jahren nicht ganz dem wirklichen Alter dieser Bäume entspricht, welches bis maximal 1000 Jahre sein kann.

Aufmerksam und hochachtungsvoll wird aber kein Bereich vergessen, jeder Bestandteil findet eine kleine Anmerkung. Es wird benannt, welch eine wichtige Rolle die Frauen in der Arbeit der Feuerwehr spielen und welche Ideen man für das Objekt Louisenstraße entwickeln möchte. Feuerwehrarbeit richtig abbilden, heißt es – würde Dresden vielleicht ein Feuerwehrmuseum gut zu Gesicht stehen?!

Ein ganz besonderes Dankeschön kommt von Herrn Hofmann dann aber noch für die Unterstützung zur Durchführung des Florianstags in Dresden. Dieser Dank geht insbesondere an Herrn Bürgermeister Detlef Sittel und den Amtsleiter Herrn Rümpel für ihren aktiven Beitrag dazu. Mit der anschließenden Wahl wurde dann aber endgültig der Staffelstab nach 13 Jahren an Herrn Klaus-Karsten Kirchhöfer weitergeben.

Zum Schluss bleibt ein beeindruckender Abend mit vielen überraschenden und unerwarteten Eindrücken vieler verschiedener Menschen, einfach „Feuerwehrleute“ und der Aussage von Frieder Hofmann „Feuerwehrleute haben die friedlichste Uniform“. Unser Dank gilt also den Menschen, die jeden Tag für uns ihr Leben riskieren, nie ein besonderes Wort darüber verlieren zu scheinen außer den belegbaren Zahlen im Rechenschaftsbericht.

Annett Grundmann
Stadträtin u.a. im Ausschuss für Allgemeine Verwaltung, Ordnung und Sicherheit