TOP 27 Beschleunigung der Einbürgerungsverfahren in Dresden (SR Johannes Schwenk)
Stadtrat Johannes Schwenk betont in seiner Rede den dringenden Handlungsbedarf bei der Einbürgerungsbehörde in Dresden. Hohe Verfahrenszahlen, lange Wartezeiten und zahlreiche Untätigkeitsklagen führen zu finanziellen Belastungen und Vertrauensverlust in den Staat: (>> zur Rede)
„Ich weise zunächst darauf hin, dass die Abläufe im Staatsangehörigkeitsrecht komplex sind und man sich am besten direkt bei der zuständigen Fachabteilung informieren sollte. Mir ist wichtig zu betonen, dass Einbürgerungsverfahren klare Voraussetzungen haben und für die Antragstellenden mit erheblichem Aufwand und Kosten verbunden sind.
Ich danke dem Integrations- und Ausländerbeirat für das Aufgreifen dieses wichtigen Themas, denn es geht um eine funktionierende Verwaltung, Rechtsstaatlichkeit und um Menschen, die seit Jahren hier leben, arbeiten und Teil unserer Gesellschaft sind.
Die aktuellen Zahlen zeigen für mich deutlich den Handlungsbedarf: Tausende offene Verfahren, lange Wartezeiten von mehreren Jahren sowie zahlreiche Untätigkeitsklagen führen zu finanziellen Belastungen und Vertrauensverlust in staatliches Handeln. Gleichzeitig ist der Einbürgerungsprozess anspruchsvoll und keineswegs ein einfacher Verwaltungsakt.
Ich halte es für notwendig, die Verwaltung kurzfristig zu entlasten, insbesondere durch zusätzliche Stellen, die intern umgeschichtet werden sollen. Gleichzeitig sehe ich strukturelle Probleme, etwa durch unterschiedliche Verfahren, gesetzliche Änderungen und eine fehlende Differenzierung zwischen verschiedenen Gruppen von Zuwandernden.
Aus meiner persönlichen Erfahrung weiß ich, wie belastend die Situation ist: Auch gut integrierte und berufstätige Menschen mit klarer Bleibeperspektive stehen vor großen praktischen Hürden im Alltag. Deshalb ist es mir wichtig, zumindest durch gezielte Maßnahmen wie personelle Verstärkung zur Verbesserung der Situation beizutragen.“
Unser Fazit: Einbürgerungen sind anspruchsvolle rechtsstaatliche Verfahren mit klaren Voraussetzungen – dennoch dauern sie aktuell oft mehrere Jahre, was für Betroffene große Unsicherheit bedeutet. Daher wird eine gezielte personelle Verstärkung innerhalb der Verwaltung gefordert, ohne pauschal neue Stellen zu schaffen.
Zusätzlichen Druck erzeugen gesetzliche Änderungen, die mehr Menschen zur Einbürgerung berechtigen, sowie unzureichende Digitalisierung. Gleichzeitig wird eine stärkere bundespolitische Differenzierung zwischen Personen mit Bleibeperspektive und Ausreisepflichtigen gefordert, um Verwaltungsressourcen effizienter einzusetzen.
Ziel ist eine schnellere, verlässlichere Einbürgerungspraxis für gut integrierte Menschen, die in Dresden leben und arbeiten."
>> DNN: Sieben Jahre Wartezeit auf deutschen Pass? Dresden muss jetzt handeln