EINBLICKE - CDU-Fraktion im Stadtrat Dresden

3. Ausgabe 2018

Keine Wohnbauphantasien auf Kosten der Bürger!

CDU lehnt WID-Hochhausbau auf der Florian-Geyer-Straße ab

Ich hatte kürzlich im Rahmen eines Treffens mit der Mieterinitiative die Gelegenheit, mir persönlich ein Bild von der Situation vor Ort zu machen. Die seitens der Initiative vorgetragenen Bedenken gegen das Vorhaben der WID, einen 16-Geschosser auf dem Areal der ehemaligen KITA an der Florian-Geyer-Straße zu errichten, teile ich ausdrücklich. In städtebaulicher Hinsicht wird ein viertes Hochhaus zu einer erheblichen Verdichtung des Stadtraumes führen mit allen negativen Konsequenzen für Verkehr, Klima, sozialer Struktur und für das gesamte Stadtbild Dresdens. Noch vor Jahren diskutierte die Stadtpolitik aus guten Gründen den Abriss der drei bestehenden Hochhäuser. Mir ist vor diesem Hintergrund völlig unverständlich, warum die WID im 21. Jahrhundert die Sünden des sozialistischen Wohnungsbaus der 70er Jahre wiederholt. Ich unterstütze die Petition der Mieterinitiative ausdrücklich. Die Dresdner dürfen die ideologisch motivierten Wohnbauphantasien von Rot-Rot-Grün nicht ohne Weiteres hinnehmen!

Für mich stehen den Plänen der WID in ihrer vorliegenden Form eine ganze Reihe von Gründen entgegen. Ich bin der festen Überzeugung, dass ein weiteres Hochhaus ausschließlich mit Sozialwohnungen auf der ohnehin schon stark verdichteten Florian-Geyer-Straße den sozialpolitischen Zielen unserer Stadt zuwider läuft: Wir brauchen eine Durchmischung, keine Segregation verschiedener sozialer Schichten! Die rein wirtschaftlichen Überlegungen, die der WID-Geschäftsführer Steffen Jäckel öffentlich für das Vorhaben ins Feld führt, sind gegenüber den vielfältigen Anliegen des Städtebaus und gegenüber den berechtigten Interessen der dort lebenden Anwohner abzuwägen. Sozialer Wohnungsbau muss sich in die umgebende bauliche Struktur einfügen und darf nicht zu Lasten der Lebens- und Wohnqualität der Mieter gehen.

Ich kann nur davor warnen, die Pläne der WID gegen den Willen der Bürger und gegen jede stadtplanerischer Vernunft durchzuziehen. Wir haben gegenwärtig bereits eine hohe Anzahl von Sozialwohnungen im Quartier. Wächst deren Anteil weiter, sehe ich das soziale Gleichgewicht in der Johannstadt gefährdet. Die Erfahrung zeigt leider, dass damit negative Konsequenzen für Ordnung, Sicherheit und Lebensqualität verbunden sein können. Einer solchen Entwicklung werde ich mich im Interesse der Anwohner entschieden entgegenstellen.

DR. HANS-JOACHIM BRAUNS

Hans-Joachim Brauns

Tätigkeit:
Richter am Landgericht

Funktion:
Stadtrat
Sprecher für Allg. Verwaltung, Ordnung und Sicherheit

Dem Wahlkreis zugehörige Stadtteile:
Innere Altstadt, Pirnaische Vorstadt, Seevorstadt-Ost, Seevorstadt-West/Wilsdruffer Vorstadt, Friedrichstadt, Johannstadt-Nord, Johannstadt-Süd

Kontakt:
brauns@dresden-cdu.de