EINBLICKE - CDU-Fraktion im Stadtrat

4. Ausgabe 2015

Zur Verabschiedung der Beigeordneten

24. August 2015, Kulturrathaus (Grußwort „Stadtrat der ersten Stunde“)

Dresden ist schön. Die Menschen sind freundlich, das Baugeschehen, insbesondere der Wohnungsbau, floriert, die Wirtschaft wächst. Es ist schwierig, aus der Vielzahl von Kulturangeboten auszuwählen. Der ÖPNV ist pünktlich und bestens organisiert, der Straßenverkehr läuft weitgehend staufrei, und Parkplatzprobleme in der Innenstadt gibt es nur zu Striezelmarktzeiten. Die Dresdner sind überwiegend zufrieden mit ihrer Stadt.

Meine Damen und Herren, das ist mein persönlicher Eindruck, das ist der Eindruck, den ich aus Gesprächen mit den Einwohnern und Gästen der Stadt bekomme. Man darf nur nicht in die Dresdner Tageszeitungen schauen. Dort werden ganz andere Bilder gezeichnet, selektive Wahrnehmung nennt man das. Die will ich aber heute nicht betrachten, das ist heute nicht mein Thema, obwohl ich da aus über 25 Jahren Stadtratstätigkeit einiges zu berichten wüsste.

Ich möchte über das erst genannte Bild sprechen. Sicherlich ist auch das ein subjektiver Eindruck, meine Wahrnehmung. Aber, dass es diesen gibt, daran haben die vier Bürgermeister, die wir heute aus dem Amt verabschieden, mit unterschiedlichen Beiträgen und unterschiedlichen Erfolgen ihren Anteil. Sie alle haben mit großem Engagement und Leidenschaft ihre Arbeit gemacht und ihre Aufgaben erfüllt. Dafür gilt heute unser herzlichster Dank.

Es wurden Meilensteine gesetzt, die weit über Ihre Amtszeit hinausgehen, und ich möchte nur einige nennen. Das mache ich am besten in alphabetischer Reihenfolge, um hier keine Wertung vorzunehmen:

Herr Bürgermeister Lehmann, mit Ihnen verbunden ist das größte Schulbauprogramm, das Dresden je hatte und uns noch Jahre beschäftigen wird. Sie haben daran mitgewirkt, dass die Schwimmhalle Freiberger Straße neu gebaut wird, dass in Bühlau eine neue Schwimmhalle entsteht. Ihnen ist es mit zu verdanken, dass es keinen Bruch in der Personalentwicklung der Stadtverwaltung mit Entlassungen gegeben hat.

Herr Bürgermeister Dr. Lunau, Sie haben mit dafür gesorgt, dass es keine Einschnitte in Dresdens Kultur gegeben hat und gibt. Während andere Städte in Deutschland über die Schließung von Theatern oder Konzerthäusern nicht nur nachdenken, sondern das auch tun, bekommt Dresden einen neuen Konzertsaal für das Spitzenorchester Dresdner Philharmonie, wird im Kraftwerk Mitte die neue Heimstätte für Staatsoperette und Theater Junge Generation errichtet.

Herr Bürgermeister Marx, in Ihre Amtszeit fiel der Bau der Waldschlößchenbrücke. Zwar war zu Ihrem Amtsbeginn der Pulverdampf der Auseinandersetzungen mit Unesco und anderen weitgehend verraucht, heute gibt es nur noch Nach-Geplänkel einiger ewig Gestriger, so haben Sie doch mitgewirkt, dass der Bau, außer den durch die Verzögerungen verursachten Mehrkosten, im geplanten Rahmen blieb. Mit Ihnen verbunden ist auch die Verabschiedung des Verkehrsentwicklungsplans, der das Verkehrskonzept aus den 90er Jahren abgelöst hat und die neueste Entwicklung der Stadt berücksichtigt.

Herr Bürgermeister Seidel, Sie waren verantwortlich für den Geschäftsbereich mit dem größten finanziellen Budget, wobei die meisten Aufgaben und damit Ausgaben allerdings als Pflichtaufgaben vorgegeben waren. Sie haben dafür gesorgt, dass in Dresden der Rechtsanspruch auf Kinderbetreuung ohne Wenn und Aber erfüllt werden kann. Ihnen zu verdanken ist, dass Dresden ein gerichtsfestes schlüssiges Konzept für die Kosten der Unterkunft für Hartz-IVEmpfänger hat, und Sie haben sich in den letzten Wochen und Monaten um die Unterbringung von Asylbewerbern gekümmert.

Die Aufzählung kann nicht vollständig sein und beleuchtet nur einige Mosaiksteine der Arbeit, die jeweils in Zusammenarbeit mit den anderen Bürgermeistern und natürlich unter der Leitung unserer Oberbürgermeisterin Helma Orosz stattfand. Und der Stadtrat war mit seinen Beschlüssen daran ebenso beteiligt.

Als Stadtrat möchte ich auf die Zusammenarbeit zwischen Ihnen und dem Rat eingehen. Ich bin sicherlich einer derjenigen, die Sie weniger genervt haben als manch andere. Dass der größte Störenfried der Verwaltung der Stadtrat sei und noch vor dem Bürger käme, kann ich nicht bestätigen. Ich denke, das ist nur eine gern gepflegte Legende. Ich habe immer ein offenes Ohr gefunden, wenn es Probleme zu klären gab. Sie waren immer ansprechbereit und konstruktiv. Sie haben sich immer in den Dienst der Sache gestellt, dabei teilweise auch nicht in Übereinstimmung mit denjenigen, die Sie ins Amt gebracht haben, Respekt und Anerkennung.

Meine Herren, Sie haben Maßstäbe gesetzt, an denen Ihre Nachfolger zu messen sind. Wir hoffen, dass es keine Brüche gibt. Sicher bin ich mir da allerdings nicht, aber trotzdem optimistisch. Sie haben Dresden weiter gebracht, besser gemacht.

Wir haben in Dresden noch nicht das Paradies erreicht, wir sind ihm, dank Ihrer Tätigkeit etwas näher gekommen, und, um mit Manfred Rommel zu sprechen: Es muss auch für den Himmel noch etwas übrigbleiben.

Herzlichen Dank und alles Gute für Sie!

VON STADTRAT DR. HELFRIED REUTHER

Die nun ausgeschiedenen Bürgermeister Seidel, Dr. Lunau, Lehmann und Marx (v.l.n.r.) bei ihrer Vereidigung durch unsere ehemalige Oberbürgermeisterin Orosz im Jahr 2008
Helfried Reuther

Tätigkeit:
Physiker i.R.

Funktion:
Stadtrat
Umweltpolitischer Sprecher

Dem Wahlkreis zugehörige Stadtteile:
Blasewitz-Süd, Tolkewitz/Seidnitz-Nord, Seidnitz/Dobritz, Gruna

Kontakt:
reuther@dresden-cdu.de

Website:
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