EINBLICKE - CDU-Fraktion im Stadtrat

2. Ausgabe 2015

Sportpolitik

Schulsportanlagen zur freien sportlichen Nutzung für die Öffentlichkeit öffnen

Vom Stadtsportbund seit langem gefordert, im Maßnahmenkatalog der Sportentwicklungsplanung verankert und zuletzt im Zuge der Spielplatzentwicklungskonzeption erneut diskutiert: Die Öffnung von Schulsportanlagen für die breitere Öffentlichkeit ist seit längerer Zeit ein Thema - sie wurde aber nie bis zu Ende gedacht oder gar umgesetzt. Deshalb ist die CDU-Fraktion jetzt mit einem eigenen Antrag in die Offensive gegangen und setzt bewusst aus einer sportpolitischen Perspektive an. Denn steigende Kinderzahlen, aktive Senioren und wachsende Mitgliederzahlen des Stadtsportbundes verstärken den erhöhten Flächenbedarf für öffentliche Bewegungsräume. Bisher hierfür ungenutzte Schulsportfreiflächen können erheblich zur Entlastung beitragen.

Was wollen wir?

In unserem Antrag beauftragen wir die Stadtverwaltung, ein Konzept zur Öffnung von Schulsportanlagen für Kinder und Jugendliche sowie die allgemein sportlich aktive Öffentlichkeit zu erarbeiten. Dieses ist gemeinschaftlich und einvernehmlich zwischen Schulverwaltungsamt und Eigenbetrieb Sportstätten sowie in enger Abstimmung mit dem Stadtsportbund Dresden e.V. zu entwickeln und soll sowohl schulpolitische als auch sportfachliche Aspekte berücksichtigen. Im Zuge eines ämter- und institutionsübergreifenden Prüfverfahrens sollen konkrete Vorschläge für die Öffnung ausgewählter schulischer Standorte für die allgemeinsportliche öffentliche Nutzung unterbreitet und während einer einjährigen Pilot- und Testphase praktische erprobt werden. Ziel ist es, nach einer anschließenden umfassenden Evaluation und Fortschreibung, weitere Standorte zu identifizieren und auf diese Weise stadtweit weitere öffentliche Bewegungsräume zu schaffen.

Warum ging es bisher schleppend bzw. gar nicht voran?

Das Vorhaben, Schulsportfreianlagen für die allgemeine Öffentlichkeit zu öffnen, ist bisher vor allem an Beaufsichtigungserfordernissen, Versicherungsaspekten sowie dem Lärmschutz gescheitert. Bei der Prüfung etwaiger Pilotprojekte sollen genau diese Dinge berücksichtigt und abschließend beantwortet werden. Die CDU-Fraktion setzt hier insbesondere auf die Vor-Ort-Verankerung der initiierten Pilotprojekte. So besteht in möglichen Kooperationen mit ortsansässigen Sportvereinen bzw. lokalen Initiativen und bürgerschaftlichem Engagement (Quartiersmanagement, Heimatvereine, sonstige lokale Vereine und Institutionen vor Ort) die Chance, mit zu leistenden Aufsichtsübernahmen bestehende Hürden aus dem Weg zu räumen.

Warum braucht es diese Öffnung?

Aktuell sind nur vereinzelt Sportfreianlagen öffentlich zugänglich. So befanden sich im November 2014 lediglich sieben öffentlich nutzbare Sport- und Bewegungsanlagen in der Verwaltung der Landeshauptstadt. Das angeregte Gesamtkonzept zur Öffnung von Schulsportanlagen dient sowohl der allgemeinen Bewegungsförderung als auch der Schaffung einer höheren Dichte an Sportmöglichkeiten und Bewegungsräumen im Wohnumfeld. Durch eine Nutzung bestehender schulischer Anlagen, die unkompliziert und ohne Anmeldungen möglich sein soll, kann dieses Ziel erreicht werden. Dies bietet auch Anwohnern eine höhere Lebensqualität und fördert das soziale Miteinander von Schule und Wohnumfeld. Darüber hinaus kann so vorhandenen Bedarfen für sportliche Bewegungsräume außerhalb des Vereins- und Schulsports besser entsprochen werden. Damit greift unser Antrag zugleich einen wichtigen, in der Sportentwicklungsplanung verankerten, Gedanken auf: Fernab der normalen Sportstättenvergabe wollen wir der vereinsungebundenen öffentlichen Nutzung mehr Bewegungsräume verschaffen. Hier können neben der klassischen schulischen Nutzung vormittags und am frühen Nachmittag erweiterte Nutzergruppen von den städtischen Schulsportfreianlagen profitieren: So können in der Umgebung wohnende Schüler auch nach Schulschluss auf der Anlage Fußball oder Basketball spielen; oder beispielsweise Senioren, andere Jugendliche sowie Freizeitsportler aus Nachbarschaft und näherer Umgebung auf der Tartanbahn ihre Runden drehen. Auf diesem Wege erfolgt zudem eine Optimierung des Kosten-Nutzen-Verhältnisses für Schulsportplätze und eine effizientere Verwendung öffentlicher Gelder.

VON STADTRÄTIN ANKE WAGNER

Neue Sportfreifläche der 71. Grundschule am Kaitzbach
Anke Wagner

Tätigkeit:
Promotionsstudentin & Angestellte

Funktion:
Stadträtin
Sportpolitische Sprecherin

Dem Wahlkreis zugehörige Stadtteile:
Cotta, Löbtau-Nord, Löbtau-Süd, Naußlitz

Kontakt:
wagner@dresden-cdu.de

Website:
www.anke-wagner-dresden.de