15. September 2016

Wagner: Sportetat im DHH bestätigt schlimmste Erwartungen

Haushaltsentwurf 2017/18 aus sportpolitischer Sicht eher Amateur- als Spitzenniveau

Vor genau einer Woche stellte Oberbürgermeister Dirk Hilbert den Entwurf für den Doppelhaushalt 2017/18 im Stadtrat vor. Eine Woche ist nicht genug Zeit, um tiefgreifend und endgültig geprüft zu haben, aber genug Zeit für einen ersten Überblick – und dieser fällt nicht besonders rosig aus. Anke Wagner, sportpolitische Sprecherin der CDU-Fraktion, zeigt sich ebenso enttäuscht wie auch kämpferisch:

„Die Ansätze für den Sport im DHH 2017/18 sind ungefähr auf dem Niveau von 2015 – wobei damals aufgrund der Haushaltssperre einige notwendige investive Maßnahmen nicht berücksichtigt wurden. Wenn man bedenkt, dass wegen der hervorragenden finanziellen Lage in Dresden nahezu alle Bereiche mit einer Budget-Aufstockung bedacht sind, erweist sich der Mittelansatz beim Sport als Schlag ins Gesicht aller Vereins- und Freizeitsportler in Dresden.“

Trotz des ernüchternden Zwischenstands ist das Thema Sport im Doppelhaushalt für Anke Wagner aber noch lange nicht erledigt: „Ich appelliere an alle organisierten Sportler im Freizeit- und Breitensport: Lassen Sie sich diesen Haushaltsentwurf so nicht gefallen. Allein im Stadtsportbund Dresden sind ca. 100.000 Mitglieder organisiert. Spricht man da mit einer Stimme, kann diese gewaltigen Einfluss ausüben. Beteiligen Sie sich an der Diskussion zum Doppelhaushalt! Zeigen Sie, dass sich die Dresdner Sportler nicht so einfach abspeisen lassen! Meine Fraktion und ich werden uns dafür einsetzen, dass beim Sportetat nachgebessert wird.“

Besonders ärgerlich ist aus Anke Wagners Sicht die Tatsache, dass sowohl Oberbürgermeister Hilbert als auch der aktuelle Sportbürgermeister, Dr. Peter Lames, im Vorfeld zahlreiche schöne Reden zum Thema Sportförderung in Dresden gehalten hätten. Augenscheinlich scheint jedoch keiner so richtig für eine angemessene Berücksichtigung des Sports bei der Aufstellung des Doppelhaushalts gesorgt zu haben.

„Ich bin ja begeistert, dass Herr Dr. Lames mittlerweile so viel Freude an seinen repräsentativen Aufgaben bei der Einweihung von Schulturnhallen oder sanierten Sportstätten gefunden hat – aber bei allem Respekt: Das jetzt für den Sport eingeplante Budget ist unzureichend und ‚eine glatte Sechs‘: Beispielsweise steigen die Nutzungsgebühren für Vereine bei der Anmietung städtischer Sportanlagen – im Gegenzug dafür gibt es auch noch weniger Fördermittel. Minus mal Minus macht in diesem Fall aber leider kein Plus“, so Wagner sauer.

„Auch die integrative Wirkung des Sports, auf die immer wieder Bezug genommen wird, ist nirgends abgebildet. Dass sportliches Engagement ein starker Baustein von Jugendhilfe und auch für die Integration von Migranten sein kann, ist hinreichend bekannt. Doch folgen den Worten keine Taten, was insbesondere bei einem sozialdemokratischen Bürgermeister verwundert.“

Dresden, den 15. September 2016