19. Oktober 2016

Thiele: Radikale Forderungen führen nicht zu Lösungen!

Forderung des Dresdner Radfahrverbands ADFC zum Blauen Wunder in der Kritik

Die für morgen angekündigte „Kundgebung“ des ADFC auf dem Blauen Wunder stößt beim baupolitischen Sprecher der CDU-Fraktion, Gunter Thiele, auf scharfe Kritik.

„Das Gebahren des ADFC erinnert schon ein Stück weit an Kindergarten“, so Thiele. „Die Verkehrsknoten Schillerplatz und Körnerplatz einschließlich des Blauen Wunders sind seit Jahren überlastet. In den regelmäßigen Reisezeitmessungen der TU rangieren diese Bereiche unter den ‚extremen Staustrecken mit < 10 km/h‘ immer wieder am unteren Ende - und zwar für alle Verkehrsteilnehmer! Dass die Verkehrssituation dort sehr komplex ist, sollte auch dem ADFC klar sein. Jeder Eingriff in den Verkehrsfluss zieht auch ungewollte Effekte an anderen Stellen nach sich. Insofern sind Verbesserungen nur punktuell und nur in begrenztem Maße möglich. Ein wenig Entlastung hat der Bau der Waldschlösschenbrücke gebracht, auch wenn die Situation nach wie vor unbefriedigend ist und leider wahrscheinlich auch bleiben wird.

Sich jetzt hinzustellen und einfach die Sperrung einer Spur auf dem Blauen Wunder zu fordern, damit dort Radfahrer mehr Platz haben, grenzt an Infantilität. Die negativen Auswirkungen - insbesondere auf den Busverkehr - dürften gravierend sein. Es ergibt einfach mal keinen Sinn, sich nur auf eine Gruppe der Verkehrsteilnehmer zu konzentrieren – es muss das Gesamtsystem betrachtet werden. Besonders einleuchten dürfte das sein, wenn man bedenkt, dass Radfahrer ja gerade im Herbst und Winter gern auch mal den ÖPNV nutzen möchten. Wenn dieser dann im Stau steht, weil eine Fahrspur für den Radverkehr vorbehalten ist, wie es der ADFC ja fordert, dürften auch die dann busfahrenden Radfahrer wenig begeistert sein. Im Bereich Körnerplatz - Blaues Wunder - Schillerplatz wird es keine Ideallösung geben. Hier sind Kompromisse von allen Verkehrsteilnehmern nötig.

Dass der ADFC für seine Show morgen das Blaue Wunder komplett blockieren will, ist nicht nur angesichts der Unsinnigkeit seiner Forderung eine Frechheit. Wenn man dann noch bedenkt, dass am Freitag das neue Radverkehrskonzept für die Stadt vorgestellt wird, der ADFC aber genau einen Tag vorher so ein Theater aufführt, setzt das dem ganzen noch die Krone auf!“ so Thiele abschließend.

Dresden, den 19. Oktober 2016