28. September 2017

Müller: Das ist Kulturpolitik wider die Vernunft!

Christa Müller verlässt aus Protest den Vorstand des Heinrich-Schütz-Konservatoriums

Das Heinrich-Schütz-Konservatorium e.V. steht seit 1996 exemplarisch für einen selbstbewusst gelebten Dresdner Bürgersinn. Ob als Mitglied oder Unterstützer in einem der vielen Fördervereine, als Experten im künstlerischen Beirat, als Mitglieder im Verein oder im Vorstand – viele Bürgerinnen und Bürger haben sich in den vergangenen zwei Jahrzehnten für Dresdens größte Musikschule engagiert und die wertvolle Arbeit vor Ort in unterschiedlicher Form unterstützt. Gegen die von Rot-Rot-Grün forcierte Verstaatlichung des HSKD bezieht die kulturpolitische Sprecherin der CDU-Fraktion, Christa Müller, nun klar Stellung. Mehr als 10 Jahre saß sie im Vorstand des Vereins, setzte sich für die Arbeit der Musikschule ein und wirkte am musikpädagogischen Konzept der Schule mit.

Ihr persönlicher Entschluss, den Vorstand des Heinrich-Schütz-Konservatoriums heute zu verlassen, erklärt Christa Müller mit dem Beschluss des Stadtrates, den Musikschulverein in einen städtischen Eigenbetrieb umzuwandeln:

„Als Vorstandsmitglied des Heinrich-Schütz-Konservatoriums kann ich den verantwortungslosen kulturpolitischen Kurs der rot-rot-grünen Stadtratsmehrheit und der Verwaltung nicht mittragen. Mir ist diese Entscheidung nicht leicht gefallen, da ich die Arbeit des Vereines mit Herz und Tat begleitet habe. Die jetzt anstehende Kommunalisierung jedoch birgt zu große Gefahren für den Fortbestand und die Qualität der musikpädagogischen Arbeit in Dresden. Sie entspricht nicht meinen persönlichen Überzeugungen und auch nicht der Auffassung meiner Fraktion von einer lebendigen städtischen Bürgergesellschaft. Die faktische Verstaatlichung des HSKD ist eine grobe Missachtung des bürgerschaftlichen Engagements in unserer Stadt.

Wo bleiben in einer solchen behördlichen Struktur die Fantasie, die Flexibilität, die Freude am Neuen, der Mut zum Beschreiten neuer Bahnen, die Verwirklichung visionärer Ideen? Werden sich Unterstützer und Engagierte finden, die bereit sind, die Arbeit eines städtischen Unternehmens finanziell zu fördern?“ – fragt Christa Müller kritisch.

„Die verfügbaren finanziellen Spielräume werden ausschließlich für die nötigen Tarifanpassungen ausgeschöpft. Es entsteht kurzfristig trotz erheblicher Mehrkosten weder qualitativer noch quantitativer Mehrwert für die Schülerinnen und Schüler des Heinrich-Schütz-Konservatoriums. Schon jetzt ist klar, dass die Mehrkosten am Ende zu Lasten der Schüler gehen werden. Dazu passt, dass die vorliegende Betriebssatzung weder dem künstlerischen Beirat noch der Eltern- und Schülervertretung Mitsprache- oder Anhörungsrechte einräumt. So kann man mit den Betroffenen nicht umgehen!“, so Müller abschließend.

Dresden, den 28. September 2017