26. Juni 2018

Walter: Mit „Housing First“ Obdachlosigkeit bekämpfen

CDU bringt innovatives Konzept in der Wohnungslosenhilfe auf den Weg

Ende November 2017 waren in Obdachlosenheimen der Landeshauptstadt Dresden 329 Personen untergebracht, darunter allein 14 Familien mit 21 Kindern. Ein großer Teil der Menschen lebt schon seit Jahren in diesen Wohnheimen ohne echte Perspektive auf eine eigene Wohnung. Für CDU-Sozialexpertin Daniela Walter ist dieser Umstand unbefriedigend. Mit einem neuen Konzept will sie nun Abhilfe schaffen.

„Mich macht die große Zahl von Obdachlosen in Dresden betroffen. Im Interesse des Kindeswohls und der besonderen Schutzbedürftigkeit der Familie sehe ich einen erheblichen Handlungsbedarf. Deshalb haben wir in enger Abstimmung mit Experten aus der Wohnungslosenhilfe einen Antrag erarbeitet, der dieser Bedarfsgruppe substanziell helfen soll.

Wir verfolgen dabei einen innovativen Ansatz, der eine Alternative zum herkömmlichen System von Notunterkünften und vorübergehender Unterbringung bietet. ‚Housing First‘ – auf Deutsch: „Erst wohnen und dann alles andere“ –  ist ein neuartiges Konzept, mit dem andere Städte bereits positive Ergebnisse erzielt haben. In Wien etwa wird es seit 2012 erfolgreich praktiziert, Berlin, Köln und Düsseldorf haben das Verfahren bereits etabliert, in Hamburg läuft es in einer Pilotphase mit dem Fokus auf Jugendliche.

Dabei müssen sich die Obdachlosen bei diesem Ansatz nicht über verschiedene Stufen der Unterbringungsformen für unabhängige und dauerhafte Wohnungen „qualifizieren“, sondern können direkt in eine „eigene“ Wohnung ziehen. Der Ansatz basiert darauf, dass obdachlose Personen oder Familien als erstes eine stabile Unterkunft brauchen und Probleme, die zur Wohnungslosigkeit geführt haben, erst danach angegangen bzw. gelöst werden sollen. Wir wollen ein konzeptionell solide untersetztes Modellvorhaben auf den Weg bringen, für die schwächsten Glieder unserer Stadtgesellschaft“, so die sozialpolitische Sprecherin.

„Daneben soll eine Befragung von obdachlosen Menschen detaillierte Informationen zu deren Lebenssituation ermitteln, damit die Landeshauptstadt ihren Verpflichtungen nachkommen und bedarfsgerechte Hilfsangebote für diese Personengruppe vorhalten kann. Außerdem stellt die schnelle Kontaktaufnahme zu Haushalten, die von Wohnungslosigkeit bedroht sind, eine wesentliche Bedingung für eine erfolgreiche präventive Arbeit in der Wohnungsnotfallhilfe dar. Das derzeit laufende, vom Bund geförderte EHAP-Projekt „Mensch – komm mit“ (Europäischer Hilfsfonds für die am stärksten benachteiligten Personen in Deutschland) hat sich als leistungsstarkes Instrument im Kampf gegen Wohnungsnotfälle erwiesen. Im Falle eines Auslaufens der Bundesförderung soll dieses dauerhaft in Dresden gesichert werden“, fordert Daniela Walter abschließend.

Dresden, den 21. Juni 2018