12. Dezember 2019

Petra Nikolov: „Eine verpasste Chance“

CDU-Kulturpolitikerin Petra Nikolov kommentiert das heute bekannt gewordene Scheitern der Dresdner Kulturhauptstadtbewerbung:

„Ich bedaure das vorzeitige Aus Dresdens im Titelrennen um die Kulturhauptstadt Europas  außerordentlich. Die Bewerbungsmacher hatten sich viel vorgenommen: Die Stadtgesellschaft versöhnen, Polarisierung überwinden und dabei doch zugleich unpolitisch bleiben; innovative Formen der Bürgergesellschaft erproben, das Verbindende stärken, die Beteiligung vieler gewinnen, und doch waren viele Dresdner nicht überzeugt oder hatten von den hochfliegenden Träumen der Kulturverwaltung gar nichts gehört. Dass das ursprünglich von CDU-Oberbürgermeisterin Helma Orosz eingebrachte Projekt allzulange von OB Dirk Hilbert und Kulturbürgermeisterin Anne-Katrin Klepsch stiefmütterlich behandelt wurde und erst 2018 mit der Bestellung des Kurators Michael Schindhelm Bewegung in den Prozess kam, hat sicher auch zum negativen Ausgang beigetragen“, so Petra Nikolov.

„Schädlich waren die von SPD, Linken und Grünen produzierten Negativschlagzeilen zum „Nazinotstand“ und jüngst der Parteitagsbeschluss der Grünen, der die Kulturhauptstadtmacher und den Kurator Michael Schindhelm offen angriffen. Die Grünen haben damit den gemeinsamen Konsens aufgekündigt und die politische Basis für die Bewerbung massiv beschädigt. Das ist umso bedauerlicher, weil das Grundanliegen des Vorhabens – in Dresden exemplarisch Antworten auf die Herausforderungen und Schwierigkeiten europäischer Stadtgesellschaften zu finden – uns nach wie vor beschäftigen wird.“

„Unser Dank gilt in dieser Stunde der engagierten Arbeit des Kulturhauptstadtbüros und dem Kurator Michael Schindhelm. Es steht uns nun frei, den eingeschlagenen Weg der inneren Verständigung und Partizipation weiter zu gehen“, resümiert die Kulturpolitikerin. „Viele Beteiligungsformate und Kulturprojekte haben - unabhängig vom Titel der europäischen Kulturhauptstadt – einen Eigenwert. Hier gilt es für die Kulturpolitiker aller Parteien und Fraktionen, verantwortungsvoll und engagiert weiterzumachen“, so Nikolov abschließend.