27. Juni 2019

Krause: „Dieses Stück Stadtgeschichte gehört in die Innenstadt“

Einst zierte sie das Güntzbad in der Pirnaischen Vorstadt, nach dessen Zerstörung 1945 und darauf folgendem Abriss fand die Bronzeplastik „Junge mit Fisch“ des Dresdner Bildhauers Georg Wrba im Zschoner Grundbad eine neue Heimat. CDU-Stadtrat Thomas Krause wünscht sich seit langem deren Rückkehr ins Dresdner Stadtzentrum und bekommt nun Unterstützung vom Dresdner Bäderbetrieb.

„Als Mitglied des Zschonergrundbad-Vereins habe ich mich seit 1997 für den Aufbau des Bades maßgeblich mit eingesetzt. Dabei erregte die eigentümliche Bronzeplastik am Beckenrand mein Interesse. Die ca. 80 cm hohe Bronzeplastik zeigt in einer dem Jugendstil verwandten Stilistik einen Knaben mit Fisch. Ich habe recherchiert und nachgefragt und bin auf eine bewegte und bewegende Geschichte gestoßen“, berichtet Thomas Krause.

„Einst befand sich die Figur im 1903 bis 1905 nach Plänen von Stadtbaurat Edmund Bräter errichteten ersten großen Hallenbad der Stadt. Ein nicht unbeträchtlicher Teil der Baukosten trug die Stiftung des Dresdner Juristen und Publizisten Justus Friedrich Güntz, der forthin auch als Namenspatron des Güntzbades firmierte. Bis zu seiner Zerstörung 1945 erfreute sich das unmittelbar neben dem Altstädter Brückenkopf der Carolabrücke gelegene Hallenbad großer Beliebtheit“, so Thomas Krause. „Alte Fotografien vermitteln noch einen lebendigen Eindruck des imposanten Jugendstilgebäudes. Auf altkolorierten Ansichtskarten ist auch die Georg-Wrba-Plastik zu erkennen. Sie zierte einst den Abkühlungsraum im Herrenschwitzbad.“

„Leider ist die Figur heute nur noch selten zu sehen. Aus konservatorischen und auch aus Sicherheitsgründen stellt der Zschonergrundbad Verein die Figur nur noch zu besonderen Anlässen auf. Auf meine Nachfrage, wie es um die Eigentumsverhältnisse der Plastik bestellt sei, teilte mir die Stadtverwaltung mit, dass sich das Objekt im Eigentum der Landeshauptstadt befinde. Unsere Idee, die Figur im aktuell sanierten Schwimmbad auf der Freiberger Straße aufzustellen, stieß beim Städtischen Bäderbetrieb auf offene Ohren“, erzählt der Stadtrat. „Gegenwärtig befinden wir uns im Gespräch mit dem Verein des Grundbades, um Einvernehmen über den weiteren Verbleib der Figur herzustellen. Dieses schöne Stück Stadtgeschichte gehört zurück in die Innenstadt und sollte in einem funktionsfähigen Zustand einen dauerhaften Platz in einem großen Dresdner Hallenbad finden.“