16. November 2018

Ecke: „SPD auf Abwegen - linksideologischer Geschichtsrevisionismus in der Kulturpolitik?“

Die jüngst von der SPD angeregte Wiederaufstellung der sozialistischen Plastik „Die Bauarbeiter“ stößt bei der CDU auf deutliche Kritik. Der kulturpolitische Sprecher der CDU-Fraktion, Gottfried Ecke, kommentiert den Vorgang:

„Nach Auskunft der Kulturverwaltung wurde die DDR-Plastik 'Bauarbeiter' aufgrund ihrer tendenziösen sozialistischen Ästhetik und fragwürdigen ideologisch-künstlerischen Aussage nach der friedlichen Revolution auf Wunsch der Einwohner von Gorbitz entfernt. Der Künstler gab seinerzeit nicht nur zur Beseitigung des durch das SED-Regime beauftragten Werkes seine Zustimmung, er gestattete der Stadt auch die Zerstörung der Plastik – welche jedoch nicht erfolgte“, erläutert Gottfried Ecke den historischen Hintergrund.

„Mir ist bei der Debatte im Kulturausschuss nicht klar geworden“, so der Stadtrat, „was gerade die SPD bewogen hat, genau diese Plastik wieder aufstellen zu wollen – sind wir uns doch gemeinsam in Dankbarkeit der friedlichen Überwindung der SED-Diktatur verbunden. Nicht nur unter erinnerungskulturellen Gesichtspunkten erscheint mir das Ansinnen sehr fragwürdig. Zumindest wurde nicht schlüssig dargestellt, welche konkreten Absichten mit einer solchen Wiederaufstellung verbunden sind. Und so drängt sich der Eindruck auf, dass nun auch die offenbar am linken Rand fischende SPD Geschichtsrevisionismus in linksideologischer Manier betreibt“, stellt der CDU-Kulturpolitiker fest. „Das ist sehr bedauerlich und einer Partei mit einer so langen demokratischen Tradition unwürdig.“

„Der Künstler ist mittlerweile leider verstorben und kann daher nicht mehr mitteilen, ob er diesem Ansinnen zustimmen würde. Dass er es täte, erscheint mir angesichts der belasteten Vorgeschichte dieses Kunstwerks mehr als zweifelhaft“, so Gottfried Ecke.

„Das mindeste, was man insbesondere bei einem Kunstwerk mit einem so dominanten und aus demokratischer Sicht problematischen gesellschaftspolitischen Aussagewert erwarten kann, ist eine kritische Einordnung in den historischen Kontext seiner Entstehung und eine entsprechende Dokumentation vor Ort. Und so bleibt auch dieser kulturpolitische Akt nichts anderes als das sichtbare Zeichen einer politisch und ideologisch geteilten Stadt. Dazu konnten und wollten wir unsere Zustimmung nicht geben“, so der Kulturpolitiker abschließend.