13. September 2018

Brauns: „Ich sehe das soziale Gleichgewicht gefährdet“

Die Pläne der WID sorgen in der Johannstadt seit einigen Wochen für Unruhe und offenen Protest. Der für den Wahlkreis zuständige CDU-Stadtrat, Dr. Hans Joachim Brauns, und der wohnpolitische Sprecher der CDU-Fraktion, Ingo Flemming, nehmen die jüngsten Äußerungen der LINKE zum Anlass, den gemeinsamen Standpunkt zu diesem Wohnbauprojekt klarzustellen:


„Wir sind gegen eine derart massive und unverhältnismäßige Nachverdichtung des Stadtquartiers“, erklärt Dr. Hans-Joachim Brauns. „Für mich stehen den Plänen der WID in ihrer vorliegenden Form eine ganze Reihe von Gründen entgegen, die auch von den Bürgern vor Ort geteilt und in Richtung Stadtverwaltung – konkret in Form einer Petition – deutlich artikuliert wurden. Ich bin der festen Überzeugung, dass ein weiteres Hochhaus ausschließlich mit Sozialwohnungen auf der ohnehin schon stark verdichteten Florian-Geyer-Straße den sozialpolitischen Zielen unserer Stadt zuwider läuft: Wir brauchen eine Durchmischung, keine Segregation verschiedener sozialer Schichten“, fordert Stadtrat Dr. Brauns.

„Ich kann nur davor warnen, die Pläne der WID gegen den Willen der Bürger und gegen jede stadtplanerischer Vernunft durchzuziehen. Wir haben gegenwärtig bereits eine hohe Anzahl von Sozialwohnungen im Quartier. Wächst deren Anteil weiter, sehe ich das soziale Gleichgewicht in der Johannstadt gefährdet. Die Erfahrung zeigt leider, dass damit negative Konsequenzen für Ordnung, Sicherheit und Lebensqualität verbunden sein können. Einer solchen Entwicklung werde ich mich im Interesse der Anwohner entschieden entgegenstellen“, erklärt Dr. Brauns abschließend.

Der wohnpolitische Sprecher der CDU-Fraktion, Ingo Flemming, stellt klar:

Die Dresdenerinnen und Dresdner brauchen bezahlbaren Wohnraum. Darum muss sich Wohnungsbau im Zuge der Nachverdichtung organisch in die gewachsenen baulichen und sozialen Strukturen einfügen und darf sich auf keinen Fall nachteilig auf die Wohn- und Lebensqualität vor Ort auswirken. Der zweitplatzierte Wettbewerbsentwurf, der eine niedrige Bebauung mit zwei Baukörpern vorsieht, wird diesem Anspruch besser gerecht als ein weiteres Hochhaus. Auch sind die Anliegen der Anwohner ernst zu nehmen. Wir brauchen einen transparenten Abwägungsprozess, in dem jeder seine Bedenken einbringen kann“, fordert Ingo Flemming und erklärt abschließend: „Unser Grundsatz gilt nach wie vor: Wir wünschen uns Wohnungen für jeden Geldbeutel. Die einseitige Orientierung auf den Sozialwohnungsbau halte ich für nicht zielführend und konkret am Standort Florian-Geyer-Straße in dieser Form für problematisch.“

Dresden, den 13. September 2018