14. November 2016

Ahnert: Schulbauleitlinien sind gutes Ergebnis des Beteiligungsprozesses

Die Ergänzungsforderungen der Grünen sind ein Affront!

Mehrere Monate ist diskutiert worden. In insgesamt sechs großen Workshops haben alle relevanten Akteure intensiv miteinander gerungen und sich am Ende geeinigt: Auf die zukünftigen Schulbauleitlinien der Landeshauptstadt Dresden. Das Ergebnis überführt pädagogische Anforderungen auf die architektonischen Anforderungsprofile.

Jetzt, nach Abschluss dieses intensiven Diskussionsprozesses, kommen die Grünen daher und legen einen umfangreichen Änderungsantrag vor. Es sollen Ideenwettbewerbe für die Gestaltung vorgeschaltet werden, es sollen Kunstobjekte in die Bauten integriert werden, auf jedes Dach soll eine Solaranlage und so weiter und so fort. Kein Verständnis für dieses Vorgehen hat unsere bildungspolitische Sprecherin, Heike Ahnert:

„Die umfangreichen Ergänzungsvorschläge der Grünen sind eine Missachtung gegenüber den Teilnehmern des Beteiligungsprozesses der zu den neuen Schulbauleitlinien geführt hat! Dort, im Zuge der insgesamt sechs Workshops, wäre die Möglichkeit gewesen, diese Vorstellungen einzubringen. Damit im Nachhinein zu kommen, ist ein Affront. Inhaltlich schwanken die vorgelegten Ergänzungen zwischen undurchdacht und ärgerlich.“, so Ahnert weiter.

„Ein Ideenwettbewerb mit ersten architektonischen Vorstellungen ist im regulären Vergabeverfahren bereits enthalten.  Die Verankerung weiterer Wettbewerbe, so wie sie die Grünen jetzt fordern, würde die Bauzeit erheblich verlängern. Bereits jetzt dauert es im Durchschnitt sechs Jahre von der Idee bis zum fertigen Schulbau. Wir haben schlicht keine Zeit, um Monate für weitere kostspielige Wettbewerbe verstreichen zu lassen! Das bindet nicht nur Personal und Mittel sondern zieht notwendige Maßnahmen unnötig in die Länge.

Ähnliches gilt für die Forderung der Grünen, auf allen Schuldächern Photovoltaikanlagen zu planen. Die Stadt hat bisher noch keine Photovoltaikanlagen selbst errichtet, es liegen also auch keine Erfahrungswerte dafür vor. Die Kosten richten sich nach der Anlagengröße. Bei wirtschaftlichen Anlagengrößen könnten Kosten von 20.000 bis 50.000 € entstehen. Daraus ergäben sich Amortisationszeiten von ca. 12 bis 16 Jahren. Erfahrungen mit Solarthermieanlagen wiederum hat die Stadt bei 3 Sporthallen. Die Anlagen waren auf Grund des zu geringen Warmwasserbedarfs nicht wirtschaftlich.

Es kann durchaus sinnvoll sein, auf der einen oder anderen Schule eine Solaranlage zu installieren. Dies muss aber im Einzelfall geprüft und nicht pauschal für alle Schulen festgeschrieben werden!

So wie es die Grünen formulieren, ist die Forderung, bei allen Schulen 1% der Investitionssumme in ein Kunstprojekt zu investieren, mathematischer Unsinn. Wenn ich von der Investitionssumme 1% abziehe, kann ich nur noch 99% finanzieren. Hier muss ein seriöser Finanzierungsvorschlag her, wenn man das wirklich will. Um die Schulbauten nicht noch weiter zu verteuern, käme zum Beispiel das Budget des Kulturamts in Frage. Am Beispiel des Campus‘ in Tolkewitz würde das übrigens 800.000 Euro für Kunst ausmachen. In meinen Augen ist das völlig überzogen und wäre an anderer Stelle sinnvoller angelegt.“, so Ahnert abschließend.

Morgen berät der Bildungsausschuss über die Leitlinien und den Ergänzungsantrag der Grünen. Am 24. November soll der Stadtrat darüber beschließen.

Dresden, den 14. November 2016