30. November 2017

Walter: Was ist uns die Sicherheit im Sozialdienst wert?

CDU-Fraktion fordert Überprüfung der Sicherheitskonzepte im Sozialbereich

Der Schock sitzt noch tief in der Stadt, die Bestürzung war groß: Der Fall einer 44-jährigen Dresdner Sozialarbeiterin, die während ihrer Arbeitszeit in der Wohnung eines 20-jährigen Syrers mutmaßlich vergewaltigt wurde, lässt aufhorchen und zieht viele Fragen mit sich. In der jüngsten Sitzung des Sozialausschusses wurden diese von den Mitgliedern der CDU-Fraktion gestellt. Daniela Walter, sozialpolitische Sprecherin der CDU-Fraktion, fasst zusammen:

„Unser Mitgefühl ist bei dem Opfer dieses brutalen Übergriffs. Wir hoffen und beten, dass die Sozialarbeiterin keine bleibenden Schäden erleidet und bald wieder gesund wird.

Grundsätzlich müssen wir uns fragen, mit welchem Kenntnisstand über ihre Klienten die Mitarbeiter unterwegs sind. Wie jetzt bekannt wurde, ist der Tatverdächtige Syrer – mittlerweile anerkannte Asylbewerber – kein Unbekannter bei der Polizei. Inwiefern es da zu verantworten ist, dass Hausbesuche nur von einer Person durchgeführt werden, muss spätestens jetzt ernsthaft auf den Prüfstand. Es gilt zu verhindern, dass sich ein solcher Vorfall wiederholt – egal ob in städtischer Verantwortung oder in Verantwortung freier Träger wie z.B. der Caritas.“

Daniela Walter ist sich sicher: Missstände werden immer so lange akzeptiert, bis etwas Dramatisches geschieht – dann sei das Geschrei aber umso größer. Für sie ist das ein Zustand, der nicht als Maßstab gelten könne. Jetzt müsse dringend gehandelt werden.

„Die Aussagen der Stadt aus dem Geschäftsbereich Soziales von Frau Dr. Kaufmann (LINKE) wirken teilweise hilflos. Dort spricht man inoffiziell von einer ‚Tandem-Strategie‘ mit mindestens zwei Mitarbeitern für schwierige Sozialfälle und räumt gleichzeitig ein, dass dies in der Realität aber häufig nicht praktiziert werde. Da frage ich mich: Was ist uns die Sicherheit der Mitarbeiter im Sozialdienst wert? Muss immer erst der GAU eintreten? Ich fordere die Stadtverwaltung auf, so schnell wie möglich ein in der Praxis umsetzbares Sicherheitskonzept zu finden und dieses auch ausführlich mit den Vertretern der freien Träger zu koordinieren – nur so können derartige Abscheulichkeiten in der Zukunft verhindert werden“, so Daniela Walter abschließend.

Dresden, den 30. November 2017