17. Mai 2018

Müller: „Die Verwaltung hat versagt“

CDU-Kulturexpertin Christa Müller zum Ostrale-Weggang

Christa Müller, kulturpolitische Sprecherin der CDU-Fraktion im Stadtrat, zeigt sich vom Abschied der Ostrale aus Dresden schockiert und verständnislos.

„Die kulturpolitische Zusammenarbeit mit dem Ostrale e.V. war bisher von großer Offenheit und von Vertrauen gekennzeichnet. Ich habe mich persönlich stets für die Belange dieser Dresdner Kulturinstitution stark gemacht. Um die akut existenzbedrohenden Probleme gemeinsam mit allen beteiligten Akteuren politisch zu lösen, standen wir in den vergangenen Monaten in intensivem Austausch. Ich bin daher nach den für mich überraschenden Neuigkeiten des Tages umso mehr enttäuscht“, so Christa Müller.

Noch am 16. April hatte zum Thema „Zukunftssicherung der Ostrale“ auf Betreiben der CDU eine gemeinsame Sondersitzung der drei Ausschüsse Kultur und Tourismus, Wirtschaftsförderung und Finanzen stattgefunden. Immerhin waren dazu eigens 45 Ausschussmitglieder, zahlreiche Mitarbeiter der Verwaltung und externe Experten in den Ratssaal geladen. Im Ergebnis der Sitzung waren weitergehende Absprachen getroffen worden. Gegenwärtig befindet sich ein CDU-Antrag zur Sanierung der Futterställe im Ostragehege und damit zur dauerhaften Sicherung der Ostrale in interfraktioneller Abstimmung.

„Wir waren auf einem sehr guten Weg, das Anliegen von Andrea Hilger, der Chefkuratorin, politisch durchzusetzen. Dass nach vorläufiger Kenntnis bereits am 29. März eine entsprechende Vereinbarung zwischen dem Ostrale e.V. und der Chemnitzer Oberbürgermeisterin unterzeichnet wurde – zwei Wochen vor der gemeinsamen Sondersitzung des Stadtrates, auf der auch die Ostrale ihre Anliegen noch einmal vorgetragen hat – ist mir unverständlich. Dieses unaufrichtige Verhalten der Ostrale-Macher enttäuscht mich persönlich sehr“, so Christa Müller.

Gleichwohl sieht CDU-Kulturexpertin die politische Verantwortung für den Weggang nicht beim Stadtrat.

„Der Stadtrat hat sich fraktionsübergreifend stets zur Ostrale bekannt. Bereits 2016 hatten wir der Verwaltung durch Beschluss den Auftrag erteilt, die notwendigen Schritte einzuleiten, um der Schau dauerhaft eine Zukunft in Dresden zu sichern. Auch auf Nachfragen hin und trotz intensiver Gespräche mit allen beteiligten Akteuren sind die zuständige Beigeordnete und allen voran Oberbürgermeister Hilbert untätig geblieben und haben damit erst die negativen Voraussetzungen für den Weggang Ostrale geschaffen. Die Verwaltung hat auf ganzer Linie versagt, zum Nachteil der Stadt“, so die kulturpolitische Sprecherin abschließend.

Dresden, den 17. Mai 2018