Leitung des Kunsthauses Dresden missachtet Stadtratsbeschlüsse
Der Stadtrat hat am 12. Dezember 2025 eine neue Entgeltordnung für die Dresdner Museen beschlossen. Diese trat zum 01.01.2026 in Kraft und regelt neben den anderen städtischen Einrichtungen auch die Eintrittspreise für Ausstellungen in der Robotron-Kantine. Wenn also im Sommer 2026, anstatt der eigentlich zu berechnenden 8 Euro Eintritt je Person (für Erwachsene ohne Ermäßigung), mit „freiem Eintritt“ geworben wird, dann ist das eine Missachtung des Stadtratsbeschlusses.
Mario Schmidt, Kulturpolitischer Sprecher der CDU-Fraktion:
„Die Finanzlage unserer Stadt ist sehr angespannt. Auch im Kulturbereich müssen Budgets gekürzt und Einsparpotenziale realisiert werden. In einer solchen Situation verzichtet das Kunsthaus Dresden auf dringend benötigte Einnahmen, weil sich die Leitung des Kunsthauses eigenmächtig über Stadtratsbeschlüsse hinwegsetzt.
Wer glaubt, Kunst und Kultur müssten durch die öffentliche Hand verschenkt werden, liegt falsch und es muss die Frage gestellt werden, ob eine solche Leitung die Zeichen der Zeit überhaupt erkannt hat. Ich habe erhebliche Zweifel, dass Frau Mennicke-Schwarz in der Lage ist, die Herausforderungen, die die Zukunft nicht nur für das Kunsthaus bereithält, zu meistern. In jedem Fall hat sie mit ihrem wiederholten eigenmächtigen Agieren mein Vertrauen vollständig verspielt.“
Hintergrund:
Mit dem Beschluss der Entgeltordnung für die städtischen Museen, gültig ab 01.01.2026, wurden auch die Eintrittspreise für das Kunsthaus (in der Robotron-Kantine) neu festgesetzt.
Ausnahmen, wie z.B. Entgeltfreiheit in Einzelfällen, obliegen allein der Amtsleitung der Museen der Stadt Dresden.
Entsprechend der Antwort vom 19.08.2026 auf eine Anfrage zu den Eintrittspreisen in der (ehemaligen) Robotron-Kantine teilte die Verwaltung mit, dass die Einrichtungsleitung des Kunsthauses die Entscheidung zum Verzicht auf die Erhebung von Entgelten für die Sonderausstellung „Produktive Unruhe“ aufgrund des Bauzustandes der Immobilie getroffen habe.
Bei ca. 9.700 Besucherinnen und Besuchern und der groben Schätzung von 60 % Vollzahlern und 40 % Ermäßigungen hätten somit ca. 70.000 Euro erzielt werden können.