Dresden will den demografischen Wandel bei den Kitas nicht verwalten, sondern gestalten. Mit einem dreistufigen Plan reagiert die Stadt auf den massiven Rückgang der Geburtenzahlen und zieht damit bewusst Lehren aus den Fehlern der 1990er Jahre: Infrastruktur soll angepasst, aber nicht dauerhaft zerstört werden. Die erste Stufe sieht die Schließung von zwölf Kitas vor, die derzeit in mobilen Raumeinheiten („Containern“) untergebracht sind. Diese Einrichtungen wurden geschaffen, um kurzfristig auf stark steigende Kinderzahlen reagieren zu können. Nun sollen sie als erste zurückgebaut werden. In der zweiten Stufe geht es um elf Einrichtungen, deren Gebäude entweder nicht im städtischen Eigentum stehen oder sich in einem besonders schlechten baulichen Zustand befinden. Ziel ist es, die vorhandenen Kapazitäten auf dauerhaft tragfähige und wirtschaftlich sinnvolle Standorte zu konzentrieren. Die dritte Stufe basiert auf einer Auswahlmatrix. Berücksichtigt werden dabei unter anderem die Erreichbarkeit innerhalb des jeweiligen Stadtbezirks, die aktuelle Auslastung sowie die prognostizierte Entwicklung der Kinderzahlen. Damit soll sichergestellt werden, dass auch künftig eine verlässliche Versorgung in allen Teilen der Stadt erhalten bleibt. Gleichzeitig reagiert Dresden differenziert auf die Entwicklung einzelner Stadtteile. Während an vielen Orten Kapazitäten reduziert werden müssen, entsteht in Prohlis auf der Herzberger Straße sogar eine neue Kita, weil dort der Bedarf weiterhin hoch ist. Ein zentraler Punkt des Konzepts: Städtische Gebäude bleiben in der Hand der Eigenbetriebe. Die Infrastruktur wird also nicht dauerhaft aufgegeben. Sollte die Zahl der Kinder wieder steigen, kann die Stadt vergleichsweise schnell reagieren und Kapazitäten erneut hochfahren. Genau damit sollen die Fehler der 1990er Jahre vermieden werden, als Einrichtungen und Strukturen oft unwiederbringlich verloren gingen. Auch beim Personal setzt Dresden auf Verlässlichkeit. Entlassungen soll es nicht geben. Anpassungen erfolgen über Altersausscheiden und natürliche Fluktuation. Dadurch entsteht zugleich mehr Spielraum bei der Betreuung. So können wichtige Angebote wie die von der CDU durchgesetzte 10- und 11-stündige Betreuungszeit weiterhin abgesichert werden – ein entscheidender Faktor für viele berufstätige Eltern. |