Jugendnotdienst 5

Beim Kinder- und Jugendnotdienst darf Dresden nicht länger wegschauen

verfasst am 15.05.2026

Der Neubau für die Kinder- und Jugendnotdienste 1 und 2 verzögert sich erneut. Nach aktueller Auskunft der Stadtverwaltung ist eine Fertigstellung bis 2029 nicht mehr realistisch, vielmehr wird inzwischen erst mit einer Nutzungsaufnahme im Jahr 2030 gerechnet. Zugleich ist die Finanzierung weiter nicht gesichert, das Investitionsvolumen liegt mittlerweile bei rund 14,5 Millionen Euro.

Dazu erklärt Johannes Schwenk, jugendpolitischer Sprecher:
„Beim Kinder- und Jugendnotdienst geht es nicht um irgendein Sanierungs- und Bauprojekt, sondern um das letzte Sicherungsnetz für Kinder und Jugendliche, die aus schlimmsten Verhältnissen kommen und akut Schutz brauchen. Es handelt sich um jene Einrichtung, wo Kinder untergebracht werden, die vom Jugendamt aus Familien geholt werden müssen, weil Verwahrlosung, Überforderung, Gewalt oder andere kindeswohlgefährende Sachverhalte vorliegen. Gerade auch dann, wenn selbst Wohngruppen freier Träger mit diesen Fällen nicht mehr zurechtkommen, muss die Stadt handlungsfähig sein. Kinderschutz geht uns alle an!

Besonders die unter 14-Jährigen Schutzbedürftigen haben kaum eine Lobby. Hier darf es keine weiteren Verzögerungen geben. Es ist für mich nicht nachvollziehbar, dass die dringende Sanierung seit Jahren verschleppt und verzögert wird. Für eine finanzstarke Stadt wie Dresden ist der Zustand des heutigen Gebäudes und der langjährige Aufschub bei Sanierung und Neubau eigentlich ein Skandal. Der Zustand des Gebäudes und die damit verbunden Probleme sind seit Jahren bekannt. Scheinbar wird seitens der Stadtverwaltung aber auch des Jugendhilfeausschusses weggeschaut.

Während in der Jugendhilfe oft über die Verteilung von Geld in der freien Förderung, für Jugendhäuser und Kleinprojekte intensiv debattiert und in der Öffentlichkeit wirkmächtig mögliche Kürzungen angeprangert wird, geraten die wirklich gravierenden Probleme zu oft in den Hintergrund. Der Kinder- und Jugendnotdienst auf dem Rudolf-Bergander-Ring in Dresden Prohlis ist dafür das beste Beispiel.

Mein ausdrücklicher Respekt gilt den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die insbesondere am Rudolf-Bergander-Ring unter schwierigsten Bedingungen starke Arbeit leisten. Wenn dort sogar Inventar teilweise spendenbasiert organisiert werden muss, zeigt das, wie groß der Handlungsdruck ist.

Klar ist: Im nächsten Haushalt muss ausreichend Geld für einen Neubau eingestellt werden. Aus unserer Sicht braucht es dabei vier Einzelobjekte, um eine moderne und vor allem Kindergerechte Unterbringung zu ermöglichen. Wir bleiben als CDU dran – denn die Stadt darf die Kleinsten und Schwächsten nicht vergessen.“

Nach Angaben der Stadt soll die Bedarfsplanung Ende März 2026 abgeschlossen werden. Die Projektübergabe an die STESAD GmbH könnte frühestens im Oktober 2026 erfolgen; bei kontinuierlichem Ablauf wäre eine Fertigstellung erst 2030 möglich."