Hintergründe
Das Luftbad Dölzschen ist ein historisch gewachsener und in der Dresdner Bäderlandschaft einzigartiger Standort. Die bereits 1870 eröffnete Anlage verbindet naturnahe Erholung, Freikörperkultur und öffentlich zugängliches Schwimmen. Sie verfügt über ein 600 Quadratmeter großes Wasserbecken mit Schwimmer- und Nichtschwimmerbereich sowie über großzügige Grün- und Aufenthaltsflächen.
Die derzeitige Nutzung des Geländes ohne geöffnetes Schwimmbecken kann einen regulären Badebetrieb nicht ersetzen. Das Becken ist der wesentliche Bestandteil des Angebots und Voraussetzung dafür, dass das Luftbad seine Funktion als Freibad erfüllen kann. Die vollständige Wiederaufnahme des Badebetriebes ab der Saison 2027 ist deshalb ein wichtiges Ziel.
Der verschobene Saisonstart und die anschließende Untersagung des Badebetriebs haben zugleich deutlich gemacht, dass kurzfristig Klarheit über die hygienischen und technischen Voraussetzungen des weiteren Betriebes geschaffen werden muss. Ein weiteres Festhalten an einer umfangreichen Komplettsanierung greift angesichts der angespannten Finanzlage der Stadt und ihrer Gesellschaften möglicherweise zu kurz. Ebenso wenig darf das Ausbleiben einer kurzfristig finanzierbaren Gesamtlösung dazu führen, dass das Bad auf unbestimmte Zeit ohne Badebetrieb bleibt. Erforderlich ist daher eine ergebnisoffene Prüfung aller technisch zulässigen, hygienisch sicheren und wirtschaftlich vertretbaren Übergangs- und Sanierungsvarianten.
Daher soll zwischen kurzfristigen Lösungen für eine Wiedereröffnung ab 2027, alternativen langfristigen Sanierungsvarianten, einem transparenten Wirtschaftlichkeitsvergleich und der Weiterentwicklung des Betreiberkonzeptes differenziert und Folgekosten, Bauzeit, Realisierungsrisiken und der jeweils mögliche Zeitpunkt der Wiedereröffnung dargelegt werden.
Darüber hinaus bietet das weitläufige und besonders gelegene Gelände Potenziale, die bislang nur begrenzt genutzt werden. Ergänzende Gesundheits-, Sport-, Kultur- oder Veranstaltungsangebote sowie saisonunabhängige Nutzungen können zusätzliche Einnahmen ermöglichen und zur dauerhaften wirtschaftlichen Stabilisierung des Standortes beitragen. Der öffentliche Badebetrieb muss dabei die Hauptfunktion des Luftbades bleiben; ergänzende Nutzungen sollen ihn unterstützen und nicht ersetzen. Der Antrag greift diese Zielstellung mit der geforderten Optimierung des Betreiberkonzeptes ausdrücklich auf.
Ziel des Antrages ist keine Vorfestlegung auf eine bestimmte technische Lösung. Vielmehr sollen dem Stadtrat kurzfristig belastbare und vergleichbare Entscheidungsgrundlagen vorgelegt werden, die einen sicheren Badebetrieb ab 2027 ermöglichen und zugleich eine tragfähige technische und wirtschaftliche Zukunftsperspektive für das Luftbad Dölzschen eröffnen.