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Walter: Start für "Housing First" lässt hoffen

Probephase für Alternativmodell läuft seit dem Frühjahr 2021

Die Zahl der Obdachlosen in Dresden liegt nach Schätzungen verschiedener Wohlfahrtseinrichtungen bei rund 1.000 Menschen. Genau dort setzt das innovative Projekt "Housing First" ("Erst wohnen, dann alles andere") an, das ursprünglich aus der US-amerikanischen Sozialpolitik stammt. Unsere Fraktion hatte das Modell in enger Abstimmung mit der Wohnungslosenhilfe speziell für unsere Stadt entwickelt und zugeschnitten.

Nach den positiven Erfahrungen in vielen europäischen Städten läuft die Probephase in unserer Stadt seit März 2021. Fünf vorher wohnungslose, zunächst alleinstehende Menschen wurden von Mitarbeitern des Sozialamtes in einem speziellen Verfahren ausgewählt und schließen nach und nach mit Großvermieter Vonovia Mietverträge.

Unsere Sozialexpertin Daniela Walter freut sich sehr über den hoffnungsvollen Start:

"Es ist ein sehr schönes Gefühl zu sehen, wie unsere Vorarbeit im Jahr 2018 jetzt langsam anfängt, Gestalt anzunehmen und Früchte zu tragen. Mich hat die große Zahl von Obdachlosen in Dresden schon immer betroffen gemacht. Gerade auch, wenn es um Familien geht.

Bei 'Housing First' überzeugt mich der Ansatz, dass obdachlose Menschen als erstes eine stabile Unterkunft brauchen. Erst danach werden die Probleme, die zur Wohnungslosigkeit geführt haben, angegangen und gelöst. Wir haben ein konzeptionell solide untersetztes Modellvorhaben auf den Weg gebracht, das den schwächsten Gliedern unserer Stadtgesellschaft helfen wird.

Ich wünsche mir sehr, dass 'Housing First' nach der Probephase in Dresden ausgeweitet werden kann und auch Familien bzw. Eltern mit Kindern davon profitieren."

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