Operette Fertig

Ahnert: alte Staatsoperette in Leuben - Rathaus ignoriert Stadtratsvotum weiter

Warum sollen die Stadträte schon wieder über die Zukunft abstimmen ?

Bereits im Juni 2016, ein halbes Jahr vor dem Umzug der Staatsoperette ins Kraftwerk Mitte, haben wir über einen Stadtratsantrag eine Diskussion über die Zukunft des ehemaligen Standorts in Leuben angestoßen.

Nach intensiven Debatten hat der Stadtrat dann im Februar 2019 den Oberbürgermeister einstimmig(!) beauftragt, eine Konzeptausschreibung vorzubereiten: Der markante und stadtteilprägende Kopfbau muss erhalten und eine (teil-)öffentliche Nutzung ermöglicht werden. Für den Rest des Areals ist eine Wohnnutzung zu prüfen.

Nach eigener Aussage 2 Jahre später hat das Rathaus aber nicht vor, den eindeutigen Ratsbeschluss umzusetzen. Stattdessen hat die Stadt inzwischen eigene Ideen für die Fläche entwickelt. Das Rathaus will ein soziokulturelles Stadtteilzentrum errichten. Unsere Stadträtin des Wahlkreises Leuben, Heike Ahnert, ist sauer:

"Statt den klaren Auftrag des Stadtrats unverzüglich umzusetzen, hat die Verwaltung Personal und Zeit – also Steuergelder – investiert, um Arbeiten zu erledigen, die mögliche Investoren schneller und wahrscheinlich besser umgesetzt hätten. Genau das wollten Stadtrat und Stadtbezirksbeirat nicht! Ganz abgesehen davon, dass eine unternehmerische Wirtschaftlichkeitsprüfung nun wahrlich nicht in die Kernkompetenzen der Stadtverwaltung fällt.

Dafür habe ich kein Verständnis. Die Verwaltung hat eine zügige Entwicklung verschleppt, um einen eigenen Weg zu gehen. Die Vorlage dazu, was sie konkret plant, wird jetzt für Juni 2021 in Aussicht gestellt. Bei dem Tempo – nur für eine Grundsatzentscheidung – wird das Areal verrotten. Das Sachsenbad sollte mahnendes Beispiel sein, wohin solche Verzögerungen und Nicht-Entscheidungen am Ende führen. Gerade der traditionsreiche und markante Kopfbau der Operette, der jahrelang das Restaurant „Fledermaus“ beherbergte, muss erhalten bleiben und schnell wieder eine Nutzung erfahren!

Die Finanzlage unserer Stadt zwingt uns – nicht erst seit der Corona-Krise – dazu, Geld auch in essenziellen Bereichen einzusparen. So muss die Sanierung von Schulen und die Planung wichtiger Straßenprojekte verschoben werden. Mir ist vollkommen unklar, warum die Stadt ein Projekt wie die ehemalige Operette, bei dem sich alle für eine privatwirtschaftliche Entwicklung ausgesprochen haben, jetzt doch wieder selbst entwickeln will - und wie auch nur die Planungen(!) in den kommenden Jahren finanziert werden sollen."


Den vollständigen Beschluss des Stadtrats finden Sie hier: https://ratsinfo.dresden.de/ge...