Bürgerentscheid zu Krankenhäusern am 29. Januar: Jedes
NEIN ist wichtig
Nun steht es fest: Am 29. Januar 2012 werden die
Dresdnerinnen und Dresdner an die Wahlurnen gerufen, um
über die zukünftige Organisationsform der Dresdner
Krankenhäuser Neustadt und Friedrichstadt zu entscheiden.
Der Entscheid ist von erheblicher Bedeutung für die
Krankenhäuser und die Landeshauptstadt, ber eine aus Sicht
der CDU-Fraktion unnötige Aktion, mit der die linken
Initiatoren notwendige Schritte zur Zukunftssicherung der
Krankenhäuser verhindern wollen.

 |
Verfasser
Stadträtin Angela Malberg |
 Eigenbetrieb oder
GmbH, was ist besser?
Klar ist: Für den
Blinddarmpatienten ist es uninteressant, ob „Eigenbetrieb“
oder „GmbH“ auf dem Briefkopf des Krankenhauses steht.
Hauptsache, Behandlung und Betreuung sind optimal.
Und die sind in beiden Formen gewährleistet. Aber die GmbH
schafft mehr Flexibilität für die Krankenhäuser, um
wirtschaftlich agieren zu können. Ein wichtiger Teil der
angedachten Strukturveränderungen ist die Zusammenlegung in
nur eine GmbH. Das spart vor allem Verwaltungsaufwand und
erhöht die Wirtschaftlichkeit. Doch die Gegner der
Veränderungen, Linke, SPD und Gewerkschaften schüren Ängste
bei der Belegschaft und verunsichern damit auch
Dresdnerinnen und Dresdner. Dabei ist heute schon klar,
dass ein Ausstieg aus dem Tarifvertrag nicht in Frage kommt
und ein jahrelanger Bestandschutz vereinbart wird.
Die CDU-Fraktion hatte sich vom Ersten
Bürgermeister erhofft, dass er gegen den entsprechenden
Stadtratsbeschluss sein Veto einlegt. Das wäre plausibel
gewesen, hat er doch vor dem Stadtratsbeschluss vom 03.
November 2011 mit einem schwergewichtigen Rechtsgutachten
nachgewiesen, dass das von drei linken Stadträten
initiierte Bürgerbegehren unzulässig ist. Aber hier beweist
sich Hilbert einmal mehr als politischer Slalomläufer ohne
klare Grundsätze. Was ist aber die Frage des
Bürgerentscheids und wie soll man abstimmen? Für uns
ist ein klares „NEIN“ auf die Frage „ Sind Sie dafür,
dass die Krankenhäuser Dresden Friedrichstadt und Dresden-
Neustadt Eigenbetriebe der Stadt Dresden bleiben?“ die
richtige Antwort. NEIN deshalb, weil das Beharren
auf dem Eigenbetrieb die Verschuldungsspirale der
Krankenhäuser weiter ankurbelt. Immerhin machen beide
Häuser Jahr für Jahr Millionen Euro an Defiziten. Und ein
Ende ist nicht abzusehen, während die meisten anderen
Krankenhäuser in Sachsen schwarze Zahlen schreiben.
NEIN deshalb, weil die Chance verpasst wird, die
Krankenhäuser im Rahmen einer einheitlichen städtischen
GmbH wettbewerbsfähig zu machen. NEIN auch deshalb, weil
mit verordnetem Stillstand die Zukunft der Krankenhäuser
als städtische Einrichtungen gefährdet wird. Wir wollen ihn
nicht, aber der Notverkauf kommunalen Eigentums ist eine
Tatsache, die immer wieder dort vorkommt, wo sich Kommunen
notwendiger Entwicklungen verweigern und die
Wirtschaftlichkeit außer Acht lassen. Die
politische Konstellation zu diesem Bürgerentscheid ist
interessant. Die in Dresden oft zu beobachtende Grenze
zwischen Rot-Rot-Grün und Schwarz-Gelb ist aufgebrochen:
Die Grünen stehen mit auf der Seite der politischer
Vernunft. Sie haben sich von einem erfahrenen Parteifreund
aus Hannover überzeugen lassen, dass die Umwandlung der
Eigenbetriebe in eine GmbH der beste Weg ist. Damit
schwenkten sie auf den von CDU-, FDP- und Bürger-Fraktion
vorgeschlagene Weg ein, der unverzichtbar für die
Zukunftssicherung der beiden Krankenhäuser ist.
Aber nicht die Fraktionen entscheiden über die Frage,
sondern die Dresdner Wählerinnen und Wähler. Nur wer
hingeht, dessen Stimme zählt. Und wer sich als
Dresdnerin oder Dresdner sein städtisches Krankenhaus auf
Dauer sichern will, der muss dies mit seinem NEIN zum
Ausdruck bringen. Also vermerken: 29. Januar –
konsequent NEIN ankreuzen!

Krankenhaus Dresden-Friedrichstadt

Krankenhaus Dresden-Neustadt

|