Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne …
Sie alle wissen's längst: Die CDU-Fraktion hat ihren
Vorstand neu gewählt – ganz turnusmäßig, ein Jahr nach der
Kommunalwahl. Nach den Problemen dieses letzten Jahres –
ich weiß, gerade unsere Parteifreunde und –gänger haben
darunter sehr gelitten – hat die Mehrheit der Fraktion
politisch konsequent entschieden – für einen komplett neuen
Anfang an der Spitze: Georg Böhme-Korn als Vorsitzender,
Peter Krüger als Stellvertreter und Lars Röher als
Pressesprecher der Fraktion. Aber auch für Kontinuität und
Anerkennung bisheriger Leistungen hat die Fraktion
entschieden: dem Vorstand gehören weiter an: Hans-Joachim
Brauns, Angela Malberg, Christa Müller, Helfried Reuther.

 |
Verfasser
Stadtrat Dr. Georg
Böhme-Korn, CDU-Fraktionsvorsitzender |
 Ein neuer geschäftsführender Vorstand mit
mir als altem Hasen und zwei frischen Gesichtern,
altersmäßig gut gemischt – keine Garantie, doch ein gutes
Omen für Erfolg. Manche Skepsis wird wohl dennoch bleiben:
ein Neuanfang ausgerechnet mit einem aus der ältesten Garde
ganz vorn, zwanzig Jahre Stadtrat, schon 60 Jahre und auch
noch Beamter? Ich habe mich nicht aus Ehrgeiz um das Amt
beworben. Doch ich sah: ein glaubwürdiger, auch personeller
Neuanfang war wohl unumgänglich. Und „ins bekannte
Saitenspiel mit Mut und Anmut einzugreifen, nach einem
selbst gesteckten Ziel mit holdem Irren hinzuschweifen,
das, alte Herrn, ist eure Pflicht“, so wusste es schon
Goethe. Also trat ich an und will mich nun der
Führungsaufgabe mit Schwung, Engagement und Freude stellen.
Einige gute Voraussetzungen, denke ich, sind da:
Lebenserfahrung, kommunal-politische Erfahrung, der klare
Blick eines Naturwissenschaftlers auf Zusammenhänge und die
Lebenswirklichkeit, auch Kooperationsbereitschaft und
Respekt vor anderen Meinungen und Lebenswegen, innerhalb
und außerhalb unserer Fraktion.
Und ganz besonders zähle ich darauf: Die drei Neuen an der
Spitze der Fraktion sind ein wirklich starkes Team, jeder
mit seinen besonderen Stärken und mit dem festen Willen zur
Zusammenarbeit. Wir wissen: Wir sind es den
Parteimitgliedern, unserer Wählerschaft und letztlich allen
Dresdnern einfach schuldig, die CDU-Fraktion wieder
sichtbar zu dem zu machen, was sie erfolgreich lange war:
Die führende kommunalpolitische Kraft der Landeshauptstadt
Dresden.
Zunächst gilt's aber, die Fraktion wieder zu einen und die
Arbeit in der Fraktion noch besser zu organisieren – nicht
inhaltliche Differenzen waren ja Auslöser für die
Diskussionen. Auch eine Feintarierung der Zusammenarbeit
mit unserer Oberbürgermeisterin ist wichtig – da ist eine
enge, erfolgreiche Partnerschaft das Ziel, ohne dass unsere
Fraktion ihr eigenes, erkennbares Profil verliert.
Doch schließlich und hauptsächlich: Gemessen werden wir –
als neuer Fraktionsvorstand und als ganze Fraktion –
letztlich allein an den Erfolgen unserer Politik. Unser
Wahlprogramm wurde von Ihnen erst 2009 auf einem Parteitag
so beschlossen, es gibt Ziele vor und setzt Prioritäten. Es
darf zwar nicht Korsett, muss aber nach wie vor der Kompass
unserer Arbeit sein. Weiter gilt für mich: Gute Politik
begleitet und unterstützt die Dresdner auf ihrem gesamten
Lebensweg – für alle Alters- und möglichst viele
Interessengruppen müssen wir offene Ohren haben.
Schwer wird’s in nächster Zeit auf jeden Fall. Sie alle
wissen: eigene Einnahmen, Zuweisungen und Fördermittel
brechen weg, freiwillige und übertragene Aufgaben bleiben,
die Kosten für manche davon, so für die Kinderbetreuung,
explodieren geradezu – und der verfassungsmäßig garantierte
Mehrlastenausgleich für Kommunen für übertragene Aufgaben
kann's in praxi auch nicht richten. Das „gebt nur mehr und
immer, immer mehr, so könnt Ihr Euch vom Ziele nie
verirren“ aus Goethes „Faust“ ist endgültig vorbei. Da muss
bei allen gefühlten Notwendigkeiten Manches einfach länger
warten. Rechtzeitig aufs Umsteuern vorbereitet haben wir
die Stadt: Erst im Mai wurde von CDU, FDP und der
Bürgerfraktion ein Beschluss zur Haushaltsstabilisierung
getroffen.
Doch wir brauchen auch in Zukunft verlässliche Partner für
jede wichtige Entscheidung. Nicht leicht, wenn's zunehmend
ums Sparen geht. Hier werden wir versuchen, noch
weitsichtiger zu handeln, Schnittmengen mit Anderen zu
finden – in erster Linie mit den bewährten Partnern – und
die Möglichkeit von Zweckbündnissen über
Einzelentscheidungen hinaus zu prüfen. Aber wir brauchen
keinen Kompromiss um jeden Preis – ein klarer Kurs auch mal
mit einer Niederlage: Man soll deutlich erkennen können,
woran man mit uns ist.
Und nicht zu vergessen: Der halbe politische Erfolg ist
eine gute Kommunikation nach außen, in die Bevölkerung
hinein – keine leichte Aufgabe gerade für unseren neuen
Pressesprecher. Lebenswichtig ist dabei: die ganze Fraktion
muss auch in dieser Hinsicht wieder einig sein. Hier
brauchen wir auch Ihre Unterstützung – sei es an Ständen,
im Arbeits- oder im privaten Umfeld. Voraussetzung ist,
dass wir zunächst Sie selbst mit unserer Politik und
unserer Kommunikation gewinnen. Ich verspreche Ihnen: der
neu gewählte Vorstand und auch ich persönlich werden alles
tun, damit uns das gelingt.
„Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne, der uns beschützt und
der uns hilft zu leben“ – bekannte Zeilen Hermann Hesses.
Ich bin zuversichtlich, dass auch der neue Anfang unserer
Fraktion einen solchen Zauber in sich trägt.
|