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Die Causa Dynamo Dresden: Vertrauen gewonnen – Vertrauen verspielt?

Ein Rückblick zum Stadtratsbeschluss und die öffentlichen Turbulenzen um den zweiten Geschäftsführer

Eine einvernehmliche Kompromisslösung zur umstrittenen Zuschusserhöhung an die Stadionprojektgesellschaft war Ende Februar im Finanz- und Sportausschuss gescheitert. Auf Antrag von Befürwortern höherer Zuschüsse jenseits der städtischen Schmerzgrenze wurde die Angelegenheit in den Stadtrat gehoben.

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Verfasser
Stadträtin Anke Wagner,
sportpolitische Sprecherin
 

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Die Linie der CDU-Fraktion bei dieser schwierigen Frage war immer klar und wurde so auch in der Stadtratssitzung am 19. März vertreten:

• Der städtische Kompromissvorschlag von zusätzlich knapp 52.8000 € pro Jahr wurde
   mitgetragen.
• Eine langfristige Lösung sollte durch Übernahme des kompletten Schuldendienstes
   ermöglicht werden.
• Positive Entwicklungen im Verein wurden anerkannt, weitere Sparanstrengungen der SG
   Dynamo Dresden aber zugetraut und erwartet.
• Eine Beteiligung am Wettlauf um höhere Zuschüsse und zu Lasten des Steuerzahlers fand
   seitens der CDU nicht statt.

Eine gelb-grün-rot-dunkelrote Stadtratsmehrheit sah dies bekanntlich anders. Beschlossen wurde ein einmaliger Zuschuss an die Stadionprojektgesellschaft in Höhe von insgesamt 1228000 Mio. Euro, plus städtische Bürgschaft (100.000 €) und Neuverhandlungen der Stadionverträge. Vor dem Hintergrund der schwierigen Finanzsituation betrachtet die CDU-Fraktion dies nach wie vor als organisierte Verantwortungslosigkeit gegenüber der Stadt, gegenüber anderen Sportvereinen und gegenüber dem Steuerzahler.

Anzumerken ist: Der gefällte Stadtratsbeschluss erwartet ausdrücklich weitere Einsparungen bzw. Einnahmesteigerungen seitens des Vereins. Bereits im Vorfeld brachten Stadtverwaltung und Stadtrat klar zum Ausdruck, dass beispielsweise die Bestellung eines zweiten Geschäftsführers nicht vertretbar ist, wenn gleichzeitig Steuergelder in Millionenhöhe zur Unterstützung des Vereins erbeten werden.

Mit Beschluss des Stadtrats am 19. März steht fest: Das Thema Dynamo kommt wieder auf die Tagesordnung. Eine langfristige Lösung ist gescheitert.

Viel Zeit zum Verdauen dieser Tatsache blieb den Stadträten allerdings nicht. Nur wenige Tage später wurde bekannt, dass bereits seit dem 1.3.2010 – also kurz nach der Beratung in den Ausschüssen und lange vor der Beschlussfassung des Stadtrats – ein unterschriebener Vertrag zur Einstellung eines zweiten Geschäftsführers vorlag. Die Verhandlungsführer des Vereins haben auf diesen Fakt zu keinem Zeitpunkt hingewiesen. Zutage trat ein unabgestimmtes, intransparentes Agieren des Dynamo-Aufsichtsrates, welches Stadtrat, Stadtverwaltung und – wie sich zeigte – letztlich auch die eigene Geschäftsführung täuschte.
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Erhebliche Zweifel am Sparwillen des Vereins kamen auf. Die Grundlagen vertrauensvoller Verhandlungen und Vereinbarungen wurden durch den Dynamo-Aufsichtsrat zerstört. Für die CDU-Fraktion standen die Grundlagen, vor deren Hintergrund der Stadtrat mehrheitlich entschieden hat, in Frage. Deshalb wurde ein Antrag in den Geschäftsgang gebracht, der die Oberbürgermeisterin auffordert, den Vollzug des Stadtratsbeschlusses zeitweilig auszusetzen – und zwar so lange, bis eine Einigung zwischen der Stadt und dem Verein über die Besetzung des zweiten Geschäftsführers erfolgt bzw. bis zur satzungsändernden Mitgliederversammlung im Mai.

Konsequenzen hat der Verein mit dem Rücktritt des Aufsichtsratsvorsitzenden und seines Stellvertreters gezogen. Momentan steht ein zweiter Geschäftsführer nicht mehr in Diskussion. Auf den im Geschäftsgang befindlichen Antrag der CDU-Fraktion hat dies aber zunächst keine Auswirkungen. Er ist weiterhin ein deutliches Signal, dass ein derartiger Vertrauensbruch in keiner Weise akzeptiert wird. Die Entscheidung der Mitgliederversammlung im Mai zur notwendigen Satzungsänderung wird abschließende Erkenntnis bringen. Über den weiteren Fortgang ihres Antrages entscheidet die CDU-Fraktion im gesamtstädtischen Interesse mit Blick auf die schwierige Finanzlage und im Sinne aller Sportvereine der Stadt.

Die Glaubwürdigkeit der SG Dynamo Dresden gegenüber der Stadt und den Stadträten hängt elementar mit der Verlässlichkeit ihrer Verhandlungspartner zusammen. Deren Aussagen müssen belastbar sein. Wenig förderlich ist es, wenn mühsam aufgebautes Vertrauen in die Geschäftsführung aufgrund oben beschriebener Geschehnisse im Nachgang der Stadtratssitzung wieder in Zweifel gezogen werden muss. Einmal mehr wird deutlich: Der Verein muss intern und auch öffentlich weiterhin viel (Überzeugungs-)Arbeit leisten. Strukturen gehören geordnet und Zuständigkeiten geklärt.

 

 


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zur Waldschlößchenbrücke, zu den Gerichtsentscheidungen, zu einem Elbtunnel und zur UNESCO

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