Geso-Kauf beschlossen
Am 18. März 2010 hat der Stadtrat mit großer Mehrheit
dem Kauf der GESO zugestimmt. Gegenstimmen gab es nicht,
lediglich die FDP enthielt sich der Stimme. Damit ist ein
Vorhaben abgeschlossen worden, das auch in der CDU nicht
unumstritten war und sehr kontrovers diskutiert wurde.
Dabei ging es vor allem um die Frage, wie weit die
wirtschaftliche Betätigung einer Kommune gehen darf. Wir
haben immer deutlich gemacht, dass das Zusammengehen mit
einem strategischen Partner sinnvoll ist, und waren damit
einer Meinung mit unserer Oberbürgermeisterin. Man kann
gemeinsames Know-how entwickeln und nutzen, trägt die
Risiken gemeinsam, teilt aber auch die Gewinne. Wir haben
es aber, auch aus taktischen Gründen, nicht für
erforderlich gehalten, dies zusammen mit dem Kauf zu
beschließen. Anders die FDP, die sich zuvor weder in der
Lenkungsgruppe noch bei den Ausschussberatungen dazu
geäußert hat: Sie brachte einen Ergänzungsantrag ein, der
die Oberbürgermeisterin beauftragen sollte, „geeignete
privatwirtschaftlich organisierte und agierende
strategische Partner aus der Energie- und
Versorgungswirtschaft“ zu suchen. Der Antrag entfachte eine
heftige Diskussion und übrig blieb nach langer Diskussion
nur die Formulierung, dass „für die Zukunft strategische
Partnerschaften nicht ausgeschlossen werden.“

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Verfasser
Stadtrat Dr. Helfried
Reuther, Pressesprecher und Sprecher für Umwelt und
Kommunalwirtschaft |
 Die getroffene Entscheidung ist zu
vergleichen mit dem WOBA-Verkauf und sicherlich eine der
wichtigsten dieser Wahlperiode. Dieses Mal ging es aber
nicht um Verkauf, sondern um Kauf. Ziel des Vorhabens ist
jedoch das gleiche: Schaffung der Grundlage für eine
nachhaltige Entwicklung der Stadt. Wir sichern
– das Unternehmen DREWAG
– den Standort des Unternehmens
– Arbeitsplätze in Dresden und der Region
– finanzielle Beiträge für den Stadthaushalt.
Natürlich soll mit dem Unternehmen Geld verdient und nicht
eine karitative Einrichtung betrieben werden.
Standortsicherung ist übrigens auch die Beteiligung der
Ostsächsischen Sparkasse Dresden an der Finanzierung, so
dass man insgesamt wirklich von einer ostsächsischen Lösung
sprechen kann.
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Abschließend noch eine Bemerkung zu den Kritikern des
Vorhabens, die am liebsten auch die 55 % städtischen
Anteile an der DREWAG verkaufen und den Erlös anlegen
würden. Gegenwärtig werden über den TWD-Querverbund die
Verluste der Dresdner Verkehrsbetriebe ausgeglichen, das
sind jährlich immerhin 40 Mio. Euro, und noch zusätzliche
Gewinne gemacht. Beim heutigen Zinsniveau kann sich jeder
ausrechnen, welchen Erlös er für die 55 % erzielen müsste,
um wenigstens den Verlustausgleich für die DVB zu
erreichen: eine Milliarde Euro würde kaum ausreichen. Die
DREWAG ist zwar ein hervorragendes Unternehmen, aber so
viel wert ist sie leider doch nicht.
Der Stadtrat hat an dieser Stelle bewiesen, dass schnelles
Handeln möglich ist, immerhin wurde das Vorhaben mit
Beteiligung der Lenkungsgruppe in wenigen Monaten
erfolgreich abgeschlossen. Zu danken ist unserer
Oberbürgermeisterin Helma Orosz und Finanzbürgermeister
Hartmut Vorjohann, den Mitarbeitern der Kanzlei Becker,
Büttner & Held sowie seitens der TWD den Herren Zieschank
und Dr. Richter, die den Beschluss so vorbereitet haben,
dass ihn der Stadtrat in großem Konsens beschließen konnte.
Für letztere beginnt jetzt der zweite und sicherlich
anstrengendere Teil des Vorhabens, nämlich der Aufbau der
EnergieVerbund Dresden GmbH als neuen großen
Regionalversorger für Dresden und Ostsachsen. |