Anpassungen und neue Realitäten des nächsten
Doppelhaushaltes
„Die Menschen verstehen nicht, welch große
Einnahmequelle in der Sparsamkeit liegt.” (Marcus Tullius
Cicero)
Die krisenbedingten Einnahmedefizite des Freistaates
Sachsen werden auch unseren Haushalt in Dresden belasten.
Wenn die Städte und Kommunen keine finanziellen Spielräume
mehr haben, gibt es statt ernsthaften Verpflichtungen nur
noch Symbolpolitik. In den kommenden beiden Haushaltsjahren
steht die Landeshauptstadt Dresden vor drastischen
Einschnitten. Trotz der soliden Haushaltspolitik der
vergangenen Jahre wird man Einsparungen in allen
Geschäftsbereichen einkalkulieren müssen.

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Verfasser
Stadtrat Lars Röher,
Mitglied des Finanzausschusses |
 In Artikel 28 des Grundgesetzes steht: „Den
Gemeinden muss das Recht gewährleistet sein, alle
Angelegenheiten der örtlichen Gemeinschaft im Rahmen der
Gesetze in eigener Verantwortung zu regeln.“ Ergänzt wird
das durch den Hinweis: „Die Gewährleistung der
Selbstverwaltung umfasst auch die Grundlagen der
finanziellen Eigen-verantwortung …“
In der Praxis ist davon nicht mehr viel übrig. Bei den
Kommunen sind häufig mehr als 90 Prozent der Ausgaben durch
Aufgaben festgelegt, die vom Bund oder von den Ländern
vorgeschrieben werden und in der Umsetzung allenfalls
minimale Spielräume offenlassen.
Die kommenden Haushaltsberatungen sollten deshalb geprägt
sein von Mäßigung und Sachlichkeit. Eitelkeiten und
Emotionen sind fehl am Platz. Vielen Politikern ist das
Ausmaß noch gar nicht klar. Vielfach herrscht die Meinung,
es reiche aus, etwas sparsamer zu wirtschaften oder ein
paar Stellen in der Verwaltung abzubauen. Doch dabei wird
es zwangsläufig nicht bleiben können. Die Bürgerschaft
benötigt einen konstanten Fluss an Informationen. Ohne eine
klar artikulierte Transparenz wird es schwierig werden,
unsere Referenzprojekte (Kulturpalast, Kraftwerk Mitte,
Rückkauf DREWAG, etc.) zu verteidigen und durchzusetzen. In
den nächsten Wochen gilt es, die nachhaltige Konsolidierung
der städtischen Finanzen vorzubereiten. Wir als
CDU-Fraktion müssen die Agenda zur Rückge-winnung
kommunaler Handlungsspielräume setzen damit die Potenziale
und nicht die Probleme in den Vordergrund gestellt werden.
Sollen die Potenziale erschlossen werden, so erfordert eben
dies eine Auseinandersetzung mit möglichen Ziel- und
Interessenkonflikten, die bislang nur unzureichend
thematisiert worden sind. Das bedeutet klare Kante zeigen –
egal um welchen Preis. Es bleibt nur ein Weg: der nach
vorne. |