14. Kommunalpolitischer Abend der Fraktion am 5.
Februar 2010
Zu Gast: Staatsministerin Christine Clauß
Am 5. Februar 2010 fand nun schon zum 14. Mal unser
traditioneller Neujahrsempfang/Kommunalpolitischer Abend
statt und wieder war das Interesse groß. Über 300 Gäste aus
Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Kunst waren gekommen,
um unsere diesjährigen Festrednerin, Frau Staatsministerin
Christine Clauß, sächsische Ministerin für Soziales und
Verbraucherschutz zu hören, aber auch um mit den Stadträten
der Fraktion ins Gespräch zu kommen.

 |
Verfasser
Stadtrat Dr. Helfried
Reuther, Pressesprecher |
 Zur Begrüßung ließ die Fraktionsvorsitzende,
Christa Müller, noch einmal die kommunalpolitischen Erfolge
des letzten Jahres Revue passieren und erinnerte an den 20.
Jahrestag der friedlichen Revolution, der Öffnung der Mauer
zwischen Ost und West. Aus allen Wahlen des Jahres 2009 ist
die CDU in Dresden wieder als stärkste Kraft
hervorgegangen. Dies ist Erfolg und Ansporn zugleich, wobei
auch in Zukunft für alle Entscheidungen als wichtigste
Kriterien die Zukunftsfähigkeit Dresdens und der Lebenswert
unserer Stadt gelten. Sie schloss ihre Rede mit der
Aufforderung, sich am 13. Februar an der Menschenkette zu
beteiligen: „Von unserer Stadt muss ein klares Zeichen
ausgehen: Weder braune noch andersfarbig lackierte
Extremisten haben in Dresden etwas zu suchen und zu sagen.“
 |
| |
Danach folgte die Festrede von Staatsministerin Clauß zum
Thema „Sozialpolitik in Sachsen – Herausforderungen der
Sozialpolitik in Großstädten“. Sie begann mit einem Zitat
von Henry Ford: „Es hängt von dir selbst ab, ob du das neue
Jahr als Bremse oder als Motor benutzen willst.“ Und,
bezogen auf das neue Jahr: „Es ist noch nicht ganz
überschaubar, welche Steigungen und Gefälle auf dem Weg
durch das Jahr 2010 vor uns liegen werden. Eins ist jedoch
absehbar: Eine Kaffeefahrt wird es nicht. Und mit „nur
Motor“ oder „nur Bremse“ kommen wir auch nicht ans Ziel.
Vielmehr kommt es darauf an, das richtige Pedal zum
richtigen Zeitpunkt zu benutzen.“
Danach erläuterte Frau Clauß die Grundzüge der sächsischen
Sozialpolitik: „Sozialpolitik zu gestalten bedeutet
heutzutage, sich zwei großen Herausforderungen zu stellen:
Zum einen ist das die Bewältigung des demografischen
Wandels und zum anderen der Umgang mit immer knapper
werdenden Ressourcen. Beide Themen suggerieren eher den
Tritt auf die Bremse.
Patentlösungen gibt es nicht. Umso wichtiger ist es, klug
und vorausschauend zu agieren und das richtige Maß walten
zu lassen.
Sozial und solidarisch zu sein, ist nicht nur ein Gebot der
Gegenwart: Schließlich wäre es im wörtlichen Sinne asozial
und unsolidarisch, auf Kosten nachfolgender Generationen zu
leben. Die Herausforderungen, vor denen wir stehen, bieten
aber auch Chancen: Nicht zuletzt die Chance zum Umdenken,
für den Wandel von Überzeugungen.“
Auf die kommunale Ebene und speziell Dresden bezogen
versicherte sie, dass sie bei allen Diskussionen um
drohende Verschiebungen der finanziellen Lasten zwischen
den Leistungssystemen und -trägern die finanziellen
Auswirkungen auf die Kommunen im Blick hat und es weitere
Belastungen hier nicht geben darf.
Notwendige Bewirtschaftungsmaßnahmen in der
Haushaltsführung des Landes bremsen aber die
Gestaltungskraft des Freistaates an einigen Stellen aus.
„In Dresden haben Sie sich Möglichkeiten zur Gestaltung
erhalten oder vielmehr zurückerobert. Sie haben Spielräume
und Perspektiven und sind nicht der „Verwaltung des
Mangels“ ausgeliefert: Ihre Ausgangssituation ist denkbar
gut. Doch auch die Dresdner Stadtpolitik kennt die
Notwendigkeit, Prioritäten setzen zu müssen und Synergien
zu nutzen.“
Frau Clauß lobte den Ausbau der Kinderbetreuung in Dresden:
„Der Babyboom in „Elbflorenz“ bringt die Planer mächtig ins
Schwitzen. Aber die Mühe lohnt sich in jedem Fall, denn die
Kita-Versorgung ist inzwischen ein nicht zu
unterschätzender Standortvorteil, der Dresden mehrfach
zugute kommt. Mit diesem „Pfund“ müssen Sie weiter
„wuchern“, denn junge Städte sind zugleich lebendige
Städte, Orte des Aufschwungs.“
Zum Abschluss rief sie ebenfalls dazu auf, am 13. Februar
auf Gedenken und Zivilcourage zu setzen: „Die Schuld an der
Zerstörung Dresdens liegt in der Vergangenheit. Aber die
Verantwortung, es besser zu machen, liegt in unseren Händen
und in den Händen aller folgenden Generationen!“
Nach der mit großem Beifall aufgenommenen Rede gab es viele
interessante Gespräche.
Danken möchten wir den Musikern des Bläserquintetts „Blech
gehabt“ sowie den Sponsoren des Abends, die wesentlich zum
Erfolg des Empfangs beigetragen haben:
- Feldschlösschenbrauerei Dresden AG,
- Oppacher Mineralquellen,
- Erfurth & Petschow,
- König Catering, und natürlich dem
- Veranstaltungsdienst der Landeshauptstadt Dresden.
|