Neue Sporthalle in Weixdorf eingeweiht
Spitzenergebnis ehrenamtlichen Engagements
Am 22. November 2009 konnte in der Ortschaft Weixdorf
eine neue Zweifeldsporthalle eingeweiht werden. Doch
Bauherr ist nicht die Landeshauptstadt Dresden, sondern die
Sportgemeinschaft Weixdorf e.V.
Lange vor dem WOBA-Verkauf lautete die unmissverständliche
Aussage aus dem Schulverwaltungsamt, dass die
Landeshauptstadt Dresden mit der Schulsanierung viel
dringendere Probleme zu lösen habe, als eine große
Sporthalle in Weixdorf zu bauen. Wenn allerdings die
Sportgemeinschaft selbst in die Offensive gehe, werde es
einen Mietvertrag für den Sportunterricht der Mittelschule
Weixdorf geben. Ermutigt wurde sie auch vom Eigenbetrieb
Sportstätten und Bäder, von Ortsvorsteher Gottfried Ecke
und vom Ortschaftsrat. Ist doch seit der Wiedervereinigung
die Einwohnerzahl Weixdorfs stetig gewachsen – und mit ihr
die Zahl der SG-Mitglieder. Und schließlich hatten die
Sportler seit der Übernahme der Sportstätten in Erbpacht im
Jahr 1998 mit dem Betrieb, der Modernisierung und
Erweiterung des Sportheimes sowie mit dem Neubau der
Judohalle auch selbst hinreichend gute Erfahrungen
gesammelt. Die gesamten Außenanlagen wie Leitungen, Wege
und Grünflächen errichteten die Mitglieder und Freunde der
SG in ca. 3 000 Einsatzstunden. Auch an die Realisierung
des großen Traums von einer Sporthalle – die vor über 100
Jahren einst modernste Turnhalle Sachsens an der
Mittelschule ist zwar modernisiert, jedoch seit Jahren
überlastet und für bestimmte Sportarten viel zu klein –
konnte sich der SG-Vorstand nur wagen, wenn alle mitziehen
würden. Am 14. November 2005 fassten die Mitglieder der SG
den einstimmigen Beschluss zum Bau und Betrieb einer
Sporthalle in eigener Verantwortung. Vier Jahre später ist
er realisiert. Das Ergebnis kann sich sehen lassen.

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Verfasser
Stadtrat Lothar Klein
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 Mit viel Verhandlungsgeschick des
SG-Vorstands, mit politischer Unterstützung durch den
Ortschaftsrat und besonders durch Mitglieder der
CDU-Fraktion im Ausschuss für Allgemeine Verwaltung und im
Sportausschuss ist es in kurzer Zeit gelungen, das Vorhaben
auf den Weg zu bringen. Mit Mitteln des Freistaates, des
Eigenbetriebes Sportstätten und Bäder und mit einem Kredit
der Ostsächsischen Sparkasse Dresden konnte die
Finanzierung gesichert werden. Die Mittel für die Planung
stellte der Ortschaftsrat Weixdorf aus seinem
Verfügungsfonds bereit. Und nachdem das Grundstück hinter
dem Weixdorfer Rathaus, auf dem vor drei Jahren noch die
alte Grundschulbaracke stand, der SG mittels Erbbaupacht
vom Liegenschaftsamt zur Verfügung gestellt wurde, fehlte
„nur noch“ die Baugenehmigung.
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| Sporthalle in Weixdorf |
Da sich die Halle „nicht in die Umgebung einfüge“,
verlangte das Stadtplanungsamt, dass der Bau zur Hälfte
eingegraben werde. Wegen der preistreibenden Wirkung war
die SG-Leitung davon nicht gerade begeistert, doch wurde
das Problem gelöst. Damit waren aber längst noch nicht alle
Hürden überwunden. Sage und schreibe 40 Mal musste der
Architekt bei der Bauaufsicht antraben, die jedes Mal etwas
anderes geändert haben wollte. Als schließlich ein
CDU-Stadtrat aus dem Dresdner Norden dagegen intervenierte,
wie die Verwaltung mit Menschen umgehe, die ein Projekt
vorantreiben wollen, das unbestritten im öffentlichen
Interesse liegt, wurde die Baugenehmigung am
darauffolgenden Tag (!) erteilt.
Planer und Baufirmen haben nach winterlichen Hemmnissen
2008/2009 ganze Arbeit geleistet. Doch nicht nur diese. An
Eigenleistungen seitens der Sportgemeinschaft waren
reichlich 600 Stunden eingeplant. Erbracht wurden bis zur
Einweihung über 1600 Stunden, besonders durch die Senioren
der SG.
Unter dem Aspekt, die künftigen Betriebskosten weiter zu
reduzieren, betrieben Architekt Dr. Karsten Vietor und
Haustechnikplanerin Sabine Scholze zur Grundsteinlegung im
Oktober 2007 bereits die energetische Umplanung. Das
Ergebnis war es Sachsens Umweltminister Frank Kupfer wert,
die Baustelle am 17. August 2009 zu besuchen. Er ließ sich
über technische und energetische Details der ersten nach
Passivhausstandard errichteten und damit wiederum
modernsten Sporthalle im Freistaat Sachsen informieren, die
dafür auch aus seinem Haus Fördermittel erhalten hat. Er
zeigte sich tief beeindruckt, denn schließlich hat
gemeinsam mit dem Bauherrn auch der erste und bisher
einzige Hersteller dieser Technologie Neuland beschritten.
Nicht nur die SG-Mitglieder waren der Einladung ihres
Vorstands zur Einweihung gefolgt, sondern auch viele
Ehrengäste wie unser Bundestagsabgeordneter Arnold Vaatz,
Ulrich Franzen vom Vorstand der Ostsächsischen Sparkasse
Dresden und Kreissportbundpräsident Jürgen Flückschuh. Mit
vielen Weixdorfer Bürgern und den Mitgliedern des
Ortschaftsrates, mit Ortsvorsteher Gottfried Ecke und
Stadtrat Lothar Klein teilten auch Petra Siebert und
Manfred Kunath, Pressesprecherin bzw. Technischer Direktor
des benachbarten Flughafens, ihre Freude über das Ereignis.
Dr. Jens Albrecht, Referatsleiter im Umweltministerium, hob
den Mut des Bauherrn hervor, mit dem Passivhausstandard für
eine Sporthalle in Sachen Umwelt neue Wege beschritten zu
haben. Bürgermeister Winfried Lehmann dankte der SG
Weixdorf für ihr beispielhaftes Engagement und wünschte den
künftigen ehrenamtlichen und schulischen Nutzern ein
zünftiges „Sport frei!“. Musikalisch umrahmt vom
Posaunenchor der Ev.-Luth. Kirchgemeinde Weixdorf, gab auch
Pfarrer Frieder Hecker dem Haus und dessen künftigen
Besuchern seinen Segen. Mit sportlichen Darbietungen durch
Weixdorfer Schüler eröffnete ein Teil der künftigen Nutzer
das anschließende Festprogramm.
P.S.: Unlängst wurde am Pohlandplatz eine Sporthalle
gleicher Größe eingeweiht, allerdings nicht im
Passivhausstandard errichtet und auch nicht zur Hälfte
eingegraben, dafür immerhin behindertengerecht. Bauherr war
die Landeshauptstadt Dresden selbst. Die Baukosten betrugen
3,2 Millionen, also 700 000 Euro mehr als in Weixdorf. Ganz
sportlich betrachtet zeigt dieses Beispiel, wo in Dresden
angesichts der krisenbedingten Haushaltslage noch
Einsparpotenziale liegen.
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