Die Jugendhilfe in Dresden bleibt ohne Fachausschuss
LINKE, SPD und Grüne blockieren die Kinder- und
Jugendarbeit in Dresden
Bereits zum dritten Mal haben die Fraktionen von LINKE,
SPD und Grüne im Dresdner Stadtrat mit ihrem im Vorfeld
abgesprochenen Stimmverhalten eine ordnungsgemäße Wahl des
Jugendhilfeausschusses verhindert und blockieren damit
weiterhin die Arbeit des gesamten Stadtrates im Bereich der
Kinder- und Jugendhilfe.

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Verfasser
Stadtrat Patrick
Schreiber MdL, jugendpolitischer Sprecher |
 Die Mehrheitsverhältnisse in den Ausschüssen
des Stadtrates sollen laut Sächsischer Gemeindeordnung die
politischen Stimmverhältnisse des gesamten Stadtrates
widerspiegeln. Demzufolge stünden im Jugendhilfeausschuss
der CDU-Fraktion drei Sitze und allen anderen Fraktionen
jeweils ein Sitz zu. Durch ein taktisches und im Vorfeld
abgesprochenes Wahlverhalten erhielt die Fraktion DIE LINKE
allerdings mehr Stimmen als die eigene Fraktion überhaupt
Sitze im Stadtrat hat – geliehen von den Fraktionen SPD und
Grüne. Dies geschieht jedes Mal zu Lasten einer anderen
Fraktion (beim ersten Mal der Bürgerfaktion, beim zweiten
der CDU und beim dritten der FDP).
Obwohl bereits nach der ersten Wahl am 13. August die
Landesdirektion dieses Verhalten als unzulässig erklärte
und darauf hinwies, dass auch der Jugendhilfeausschuss die
Mehrheitsverhältnisse im Stadtrat widerspiegeln muss,
halten es die drei linken Fraktionen nicht für nötig, nach
Recht und Gesetz zu handeln. Selbst die eindringliche Bitte
der Freien Träger in unserer Stadt, einen arbeitsfähigen
Ausschuss zu wählen, interessiert die linke Einheitsfront
offensichtlich nicht.
Nach mittlerweile einem Vierteljahr seit der Konstituierung
des Stadtrates ist es demzufolge immer noch nicht möglich,
dass der neue Jugendhilfeausschuss in Dresden seine Arbeit
aufnehmen kann.
Viele inhaltliche Themen und Beschlüsse können seitdem
nicht gefasst werden. So können beispielsweise keine
Kindertageseinrichtungen in freie Trägerschaft übertragen
werden, die Diskussion und Beschlussfassung über die
finanzielle Ausstattung der Angebote der freien Kinder- und
Jugendarbeit für das Jahr 2010 kann nicht erfolgen und die
freien Träger werden demnach kaum noch in diesem Jahr
wissen, mit welchen finanziellen Mitteln sie im kommenden
Jahr rechnen können. Aber auch grundsätzliche Themen und
Entscheidungen in den Bereichen Jugendhilfe und
Kindertagesstätten bleiben auf der Strecke.
Abzuwarten bleibt nun, in welcher Form die Rechtsaufsicht
über diesen in Sachsen einmaligen Vorgang entscheiden wird.
Langfristig kann dieses Problem wohl nur durch eine
Änderung der Sächsischen Gemeindeordnung gelöst werden.
Demzufolge würden die einzelnen Fraktionen analog der
Vorgehensweise im Sächsischen Landtag ihre Mitglieder für
die einzelnen Ausschüsse entsprechend der Anzahl an Sitzen
nur noch benennen und eine Wahl im Stadtrat wäre
überflüssig.
Es bleibt zu hoffen, dass die linken Fraktionen im Dresdner
Stadtrat irgendwann einmal wieder auf den Boden von Recht
und Gesetz zurückkehren und endlich das Wahlergebnis der
Stadtratswahl vom 7. Juni 2009 anerkennen.
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