Dresden startet den Rückkauf der Stadtwerke DREWAG
Die Stadt Dresden hat die Verträge mit den
Miteigentümern der Stadtwerke DREWAG fristgerecht zum 31.
Dezember 2012 gekündigt und startet damit den Rückkauf der
DREWAG. „Der Stadtrat hat die Verwaltung im März
beauftragt, die Verträge zu kündigen. Jetzt ist genau der
richtige Zeitpunkt dafür, um ein klares Signal beim
Bieterverfahren um die GESO zu setzen“, sagt
Oberbürgermeisterin Helma Orosz.
Die Kündigung der Verträge mit der GESO (diese hält 35
Prozent an der DREWAG) und der Thüga (10 Prozent Anteil)
sind für den ostsächsischen Energiemarkt von besonderer
Bedeutung. Das Unternehmen EnBW wird nach einer
Entscheidung des Bundeskartellamtes voraussichtlich seine
100-prozentige Tochter GESO veräußern. Es ist der erklärte
politische Wille der Stadt Dresden, dass ausschließlich die
Stadt Dresden Zugriff auf die DREWAG hat. Hierüber herrscht
ab sofort auch in dem GESO-Verkaufsverfahren Klarheit.
Die Stadt Dresden und weitere 163 ostsächsische Kommunen (KBO)
haben sich kürzlich entschlossen gemeinsam als Bieter beim
Verkauf der GESO aufzutreten. „Für Ostsachsen bedeutet dies
die einmalige Chance ein Unternehmen zu bilden, welches die
Energieversorgung unter kommunaler Regie vereinigt“, so
Orosz weiter. Um das Bieterverfahren für den GESO-Kauf zu
begleiten, hat die Stadt Dresden eine Lenkungsgruppe
installiert. In dieser Lenkungsgruppe werden Vertreter
aller Fraktionen ständig strategische Fragen beraten. Man
kann davon ausgehen, dass der GESO-Verkauf noch im Jahr
2009 abgeschlossen sein wird. Durch den GESO-Verkauf
entsteht die Chance, den beschlossenen Rückkauf der DREWAG
quasi vorzuziehen und mit der KBO einen großen kommunalen
Unternehmensverbund in Ostsachsen zu formen. Dies ist das
Alleinstellungsmerkmal des kommunalen
TWD-KBO-Bieterkonsortiums, denn kein anderer Bieter hat
Zugriff auf die DREWAG.
Orosz: „Auch wenn diese gesamten Vorgänge im ersten
Augenblick kompliziert erscheinen mögen, so haben sie doch
eine starke Bedeutung für die Bürgerinnen und Bürger. So
würden sich Investitionen bei der Energieversorgung viel
stärker an kommunalen Interessen orientieren, als an denen
privater Großkonzerne. Selbstverständlich kämen auch die
Gewinne den kommunalen Haushalten zu Gute.“
Zur Erklärung:
Die GESO ist eine 100-prozentige Tochter des
Energiekonzerns EnBW und hält selbst Anteile an acht
Stadtwerken und zwei Regionalversorgern in Ostsachsen,
darunter an der ENSO und den Dresdner Stadtwerken DREWAG.
Mit ihren regionalen Vertriebsfirmen deckt sie ca. 50
Prozent der Fläche Sachsens sowie fast den gesamten
Regierungsbezirk Dresden mit Energiedienstleistungen rund
um Strom, Gas und Fernwärme ab.
Die Kommunale Beteiligungsgesellschaft mbH an der Energie
Sachsen Ost, kurz KBO, ist ein Zusammenschluss aus 163
ostsächsischen Kommunen und einem kommunalen Stadtwerk
sowie dem sächsischen Städte- und Gemeindetag. Die KBO ist
an dem Grundkapital der ENSO AG derzeit mit 15,85 Prozent
beteiligt.
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