UNEHRLICH UND HEUCHLERISCH – DAS HAT DRESDEN NICHT
VERDIENT
Presseerklärung
Zum Interview des LINKE-Fraktionsvorsitzenden André
Schollbach „Der Kulturpalast soll erhalten bleiben“ in der
Sächsischen Zeitung vom 10. Februar 2011 äußerte sich der
Vorsitzende der CDU-Fraktion im Stadtrat, Dr. Georg
Böhme-Korn:
„Schollbach zeigt mit seinem Interview wieder einmal, dass
er eine Partei vertritt, die 17 Millionen Deutsche 28 Jahre
lang in ihrer Diktatur eingesperrt hielt und die sich heute
zwar demokratisch gibt, das aber keineswegs ist. Sie hat
immer noch nicht gelernt, demokratisch getroffene
Entscheidungen wie den Kulturpalast-Umbau zu akzeptieren.
Es ist heuchlerisch, den Einbau eines modernen Konzertsaals
in den Kulturpalast anstelle des 40 Jahre alten, akustisch
ungünstigen Saales zum Symbol der Zerstörung der
‚Leistungen einer ganzen Generation‘ zu erklären. Dabei
waren es doch seine politischen Großväter, Ulbricht und
Genossen, die ohne demokratische Legitimation intakte
Kirchen und historische Bauwerke, die den Krieg überlebt
haben, für sozialistische Neubaublöcke abreißen ließen.
Dagegen sorgen die Befürworter des neuen Saales heute
dafür, dass dieses historisch wichtige Gebäude den
Dresdnerinnen und Dresdnern durch seinen zeitgemäßen Umbau
langfristig erhalten bleibt.“
Wer wie Schollbach die Kirchenfinanzierung mit dem
öffentlichen Nahverkehr vergleicht, missachtet eklatant den
Beitrag der Kirchen zum geistigen Fundament und zum
sozialen Gesicht unserer modernen Gesellschaft. Schollbachs
Partei schleppt die alte Kirchenfeindlichkeit der SED noch
immer mit sich herum. Da die Kirchen einen großen Anteil am
Untergang seiner geliebten DDR hatten, kann man ihm die
Neidattacke wohl kaum verdenken. Der Kirchentag in Dresden
wird auch ohne Herrn Schollbach auskommen.
Auch mit seinen Äußerungen, rund 10 000 Kinder müssten in
Dresden in Armut aufwachsen, greift Demagoge Schollbach
bewusst daneben: Kein Wort von Kindergeld und
Grundsicherung, die für jedes Kind gezahlt werden. Kein
Wort von den zusätzlichen Leistungen, die
Sozialhilfeempfänger und ihre Kinder mit dem Dresden-Pass
zusätzlich erhalten. Absolute Armut sieht die Weltbank bei
1 € im Monat. Davon sind deutsche Kinder zum Glück
Lichtjahre entfernt. Man erinnere sich: 20 DDR-Mark gab´s
früher als Kindergeld im Monat.
In einem Punkt hat Schollbach Recht: Mit seiner
Einschätzung, dass zwischen Linken, SPD und Grünen die
Chemie stimmt. Die so entstandene, selbsternannte
Fundamentalopposition ist auf Verhinderung angelegt. So
kommt die Stadt nicht voran. Das hat Dresden nicht
verdient.
Dresden, den 11. Februar 2011 / Stefan Zinkler,
Pressesprecher |