Das seltsame Verhältnis der Grünen zur Wahrheit
Zur Frage „Bremst die Verwaltung den Stadtrat aus?“
Presseerklärung
Eine Dresdner Tageszeitung stellte heute die Frage
„Bremst die Verwaltung den Stadtrat aus?“ und zitierte den
Grünen-Sprecher Michael Schmelich mit der Aussage „Sieben
Monate - das ist Arbeitsverweigerung.“
Wir sind überrascht über diese Darstellung des
Grünen-Sprechers zu den Bearbeitungszeiten von Anträgen,
geht sie doch meilenweit an der Realität vorbei. Nachdem
schon Grünen-Stadtrat Torsten Schulze zur Turnhalle des
Gymnasiums Dreikönigschule den Elternvertretern
nachweislich die Unwahrheit gesagt hat, zeigt nun auch der
Parteisprecher Schmelich ein seltsames Verhältnis zur
Wahrheit.
Der betreffende Antrag der Grünen mit dem Titel
„Sozialverträgliche Kontoführungsgebühren der
Ostsächsischen Sparkasse“, der forderte, dass die
Mehrkosten, die einige Inhaber von Pfändungskonten
verursachen, künftig durch alle Sparkassenkunden zu tragen
sind (A0078/09), war am 9. November 2009 im Ältestenrat,
wurde am 18. Januar 2010 im Finanzausschuss, am 4. Februar
2010 im federführenden Ausschuss Gesundheit, Soziales und
Wohnen behandelt und stand am 25. Februar auf der
Tagesordnung des Stadtrats. Diese Terminkette ist bedingt
durch den Sitzungskalender des Stadtrats und hat nichts mit
gutem oder bösem Willen der Verwaltung zu tun. In der
Stadtratssitzung am 25.2. wurde der Antrag vertagt, ebenso
am 18.3., 15.4., 6.5. und schließlich am 27.5. vom Stadtrat
abgelehnt. Die Vertagungen erfolgten, weil der Stadtrat in
keiner Sitzung die Tagesordnung vollständig abgearbeitet
hat.
Die sieben Monate, von denen Herr Schmelich spricht, sind
also nicht der Oberbürgermeisterin bzw. Verwaltung sondern
dem Stadtrat anzulasten, und zwar hier den ausufernden
Selbstdarstellungen einiger Stadträtinnen und Stadträte
besonders von der linken Seite, die die
Ausschussdiskussionen im Plenum wiederholen und immer
wieder darauf aufmerksam machen, dass zwar schon alles, oft
auch mehrmals gesagt ist, aber eben nicht von jedem. Die
Oberbürgermeisterin hat den Stadtrat immer wieder zu
zügiger Arbeitsweise angehalten, und die CDU-Fraktion
unterstützt sie dabei. Wenn das auch die anderen Fraktionen
tun würden, kämen wir viel besser voran.
Die anfangs gestellte Frage muss man verneinen: Nicht die
Verwaltung bremst den Stadtrat aus, der Stadtrat bremst
sich selbst aus, und hier betätigen die Grünen das
Bremspedal kräftig mit. Dem sollte Herr Schmelich entgegen
wirken und sich auf Sachpolitik konzentrieren, anstatt mit
unnötigem Gezeter Unwahrheiten zur politischen Profilierung
zu verbreiten.
Dr. Helfried Reuther
(Pressesprecher)
17.6.2010
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