Neuer Vorstoß zur Sonntagsöffnung
Gemeinsame Pressemitteilung der CDU-Fraktion, der
FDP-Fraktion sowie der Fraktion Bürgerbündnis / Freie
Bürger im Stadtrat der Landeshauptstadt Dresden
Heute haben CDU, FDP und Bürgerfraktion einen
gemeinsamen Antrag zur Sonntagsöffnung 2010 in den
Geschäftsgang des Stadtrats eingebracht. Der Antrag soll
die im Dezember 2009 beschlossene Verordnung, wonach an
keinem Sonntag im Jahr 2010 Geschäfte öffnen dürfen,
ändern. Die Änderung sieht nun die Öffnung an vier
Sonntagen vor (10. Oktober, 7. November sowie 3. und 4.
Advent). Der Antrag wird voraussichtlich Anfang August in
den Ausschüssen behandelt und auf der Stadtratssitzung am
12. August beschlossen werden.
Steffen Kaden, wirtschaftspolitischer Sprecher der
CDU-Fraktion:
„Seit dem Stadtratsbeschluss haben wir intensive Gespräche
mit Händlern geführt, die uns dringend darum baten, das
Komplettverbot noch einmal zu überdenken. Der Dezember ist
für viele Händler der umsatzstärkste Monat des Jahres.
Städte wie Leipzig haben nach wie vor verkaufsoffene
Sonntage im Advent. Wenn Dresden diese komplett verbietet,
verzichten wir auch auf viele Einkaufstouristen im
Vorweihnachtsgeschäft. Es ist aber unsere Pflicht, die
Rahmenbedingungen so zu gestalten, dass Arbeitsplätze in
Dresden erhalten bleiben und neue entstehen können. Wir
hätten daher gern drei Adventssonntage geöffnet, sind
allerdings mit dem erzielten Kompromiss zufrieden. Die
Schaffung von Einnahmemöglichkeiten für den Handel ist in
unseren Augen im Übrigen eine bedeutend sinnvollere und
nachhaltigere Form der Sicherung von Arbeitsplätzen als
beispielsweise Steuergeschenke an einen Großkonzern.“
Dazu erklärt der Fraktionsvorsitzende der
FDP-Stadtratsfraktion Holger Zastrow:
"Dieser Antrag hebt die Fehlentscheidung aus dem
vergangenen Dezember auf und beendet eine Provinzposse. Der
zwischen CDU, FDP und Bürgern gefundene Kompromiss ist gut
für den gesamten Einzelhandel in Dresden. Die
verkaufsoffenen Sonntage 2009 haben gezeigt, welche
Bedeutung vom Handel in Dresden ausgeht. Der Dezember war
mit einer Steigerung von über 10 Prozent bei den
Übernachtungszahlen der wachstumsstärkste Monat für die
Dresdner Tourismusbranche 2009, nicht zuletzt, weil
zahlreiche Touristen zum Adventsshopping nach Dresden
kamen.
Gerade bei ausländischen Touristen wird Dresden als
Einkaufsmetropole immer beliebter, vor allem Tschechen
kommen gern nach Dresden, um ausgiebig zu shoppen. Wichtig
war uns, dass sie dies auch noch an vier Sonntagen in
diesem Jahr tun können. Neben dem Einkauf werden darüber
hinaus auch Museen, Schwimmbäder und Gaststätten besucht,
damit hat der Handel als Magnet für Touristen außerdem eine
Strahlkraft auf viele andere Bereiche. Der im Dezember
durch eine knappe linksgrüne Mehrheit gefasste Beschluss
wurde dieser Bedeutung nicht gerecht und wird von uns nun
endlich korrigiert."
Christoph Hille, BürgerBündnis / Freie Bürger Fraktion
„Nach mehreren Gerichtsurteilen und einem durch den
Stadtrat 2009 verfügten generellen Verkaufsverbot an
Sonntagen im Jahr 2010 soll mit diesem Kompromiss eine
langjährige Praxis in Dresden teilweise fortgeführt werden.
In der Abwägung zwischen dem starken, öffentlichen
Interesse an einem konsequenten Schutz des verfassungsmäßig
garantierten Rechts auf Sonntagsruhe einerseits und dem
Interesse des Handels an zusätzlichen Verkaufszeiten im
Advent andererseits stellt das Offenhalten der Läden an
zwei aufeinanderfolgenden Sonntagen im Advent einen
möglichen Ausgleich dar.“
Dresden 11.05.2010
Dr. Helfried Reuther
(Pressesprecher der CDU-Fraktion) |