20 Jahre freie Kommunalwahlen in Dresden -
unwichtig für Schollbach, Filius-Jähne und Lames
Presseerklärung von Angela Malberg, Christa Müller,
Klaus-Dieter Rentsch und
Dr. Helfried Reuther, CDU-Fraktion im Stadtrat der
Landeshauptstadt Dresden
Für den 4. Juni 2010 hatte Oberbürgermeisterin Helma
Orosz zu einer Feierstunde anlässlich der ersten freien
Kommunalwahl vor 20 Jahren eingeladen. Neben
Alt-Oberbürgermeister Herbert Wagner und den Mitgliedern
des Präsidiums der damals gewählten
Stadtverordnetenversammlung waren dazu u. a. die
Fraktionsvorsitzenden im jetzigen Stadtrat sowie die vier
Mitglieder des Stadtrats eingeladen, die diesem Gremium
seit 1990 ununterbrochen angehören: Angela Malberg, Christa
Müller, Klaus-Dieter Rentsch sowie Dr. Helfried Reuther,
alle aus der CDU-Fraktion.
Völlig überraschend haben die Fraktionsvorsitzenden der
Linken, der Grünen und der SPD, Herr Schollbach, Frau
Filius-Jehne und Herr Dr. Lames, der Oberbürgermeisterin
mitgeteilt, dass sie an der Feierstunde nicht teilnehmen.
Als Begründung geben sie an, dass sie über den geplanten
Ablauf der Feierstunde nicht informiert worden sind und im
Ältestenrat andere Absprachen getroffen worden seien. Sie
übersehen aber dabei völlig, dass der Ältestenrat kein
Beschlussgremium ist, an dessen Votum die OB gebunden ist,
sondern dass er die OB lediglich „in Fragen der
Tagesordnung und des Ganges der Verhandlungen“ des
Stadtrates berät (s. § 8 der Hauptsatzung). Außerdem hat
die Oberbürgermeisterin die (sachlich notwendige gewordene)
Änderung dieser Absprachen allen Fraktionen schriftlich
angekündigt. Hier einen nachvollziehbaren Grund für einen
Boykott der Ehrung zu erkennen, fällt schwer.
Wir sehen die Absage der drei als gezielte Brüskierung der
Oberbürgermeisterin, aber auch als Geringschätzung der
Arbeit sowohl der ersten Stadtverordnentenversammlung als
auch der vier genannten CDU-Stadträte an. Bei Frau
Filius-Jähne und Herrn Dr. Lames fehlt ganz offensichtlich
das Gefühl, wie wichtig der damalige Neubeginn für Dresden
war, denn sie waren 1990 noch wohlbehütet im westlichen
Teil Deutschlands. Und für Herrn Schollbach endeten dank
der friedlichen Revolution wohl frühe Kindesträume vom
Sozialismus. Das dürften die wirklichen Gründe für die
Absage sein. Das Klima im Stadtrat wird damit ein weiteres
Mal negativ beeinträchtigt, das Ansehen des Stadtrats ein
weiteres Mal beschädigt.
Stadtrat Dr. Helfried Reuther
Dresden, 4.6.2010 |