Tagesmütter brauchen eigene Vertretung
Gespräch mit Bürgermeister Seidel
Presseerklärung
Eine Initiative von ca. 40 Sprecherinnen und Sprechern
der Dresdner Tagespflege traf sich auf Anregung und unter
Moderation von Stadtrat Joachim Stübner gestern mit dem
Dresdner Sozialbürgermeister Martin Seidel sowie Stadtrat
Patrick Schreiber, MdL, dem jugend- und kitapolitischen
Sprecher der Dresdner CDU-Fraktion.
Mittlerweile werden in Dresden 20 % der betreuten Kinder
zwischen 1 und 3 Jahren in Tagespflege betreut. In Zahlen
sind das ca. 350 Tagespflegeangebote mit über 1500 Plätzen.
Mit Blick auf den Rechtsanspruch auf Betreuung ab dem
zweiten Lebensjahr ab 2013 und zunehmender Inanspruchnahme
der Angebote der Kindertagespflege - der Betreuungsbedarf
ist von 26% auf 47% gestiegen - ist die Tagespflege längst
eine eigenständige Säule geworden und nicht mehr
kurzfristige Überbrückung im Betreuungsangebot der
Landeshauptstadt, so Martin Seidel in seinem
Eröffnungsstatement.
Dies mehr in die Öffentlichkeit zu tragen und in der
Bedarfsplanung gleichberechtigt zu platzieren, ist eine der
Aufgaben, die alle aus der Gesprächsrunde mitnahmen. „Sie
müssen sich selbst eine legitimierte Vertretung schaffen,
die auf Augenhöhe mit uns Politikern und der Verwaltung
spricht und ihre Anregungen und berechtigten Forderungen
selbstbewusst vertritt“ – forderte Patrick Schreiber die
anwesenden Tagesmütter und -väter auf.
In der nachfolgenden Gesprächsrunde ging es u. a. um
Themen, wie bessere Vernetzung aller Träger der
Kinderbetreuung zur Vermeidung von Mehrfachanmeldungen, um
Anerkennung von Vor- und Nachbereitungszeiten für
pädagogische Arbeit, bessere Vertragsgestaltungen und
bessere Vertragsregelungen bei vorzeitigen Kündigungen,
eigenständige Festlegung der Betreuungszeiten. Ebenso
forderten die Teilnehmer die gleiche Entlohnung für
Ersatztagespflege und die Verbesserung der
Betreuungsangebote durch „Großtagespflege“
(Gemeinschaftsangebote mehrerer Betreuer).
Abschließend dankte Bürgermeister Seidel für die direkten
Anregungen der Initiatoren und auch Patrick Schreiber war
von der Fülle der Informationen beeindruckt. „Eine
Veranstaltung, die sicherlich eine Fortsetzung finden
wird“, so Stadtrat Stübner in seinem Resümee. „Nun gilt es
für die Tagesmütter und -väter eine legitimierte
Sprechergruppe zu schaffen, um eigene Akzente zu setzen.“
Dies sicherten die anwesenden Tageseltern noch für den Mai
zu. „Wir Vertreter aus Politik und Verwaltung wollen ihnen
dabei Partner sein und werden dieses Thema weiter
voranbringen.“ versprach Stadtrat Stübner abschließend.
Dr. Helfried Reuther
(Pressesprecher)
21.4.2010 |