Rot-Grün gefährdet Hochwasserschutz im Dresdner Osten
Presseerklärung
Während der Hochwasserschutz für Altstadt und Dresdner
Westen in Planung, im Bau oder sogar schon fertig gestellt
ist, wurde der Dresdner Osten bisher eher stiefmütterlich
behandelt. Deshalb hat der Stadtrat in der Vergangenheit
auch mehrfach Aktivitäten für dieses Gebiet angemahnt.
Zuständig für den Schutz vor Hochwasser der Elbe ist
allerdings nicht die Stadt selbst sondern der Freistaat,
vertreten durch die Landestalsperrenverwaltung. Und diese
könnte das Vorhaben mit seinen eigenen Kapazitäten
frühestens in 10 bis 15 Jahren in Angriff nehmen.
Die Stadtverwaltung ist deshalb tätig geworden und hat dem
Stadtrat eine Kooperationsvereinbarung zwischen der
Landeshauptstadt und dem Freistaat Sachsen zur Planung und
Realisierung von Hochwasserschutzmaßnahmen zum Schutz des
Dresdner Ostens (Laubegast) zur Bestätigung vorgelegt. Mit
der Kooperationsvereinbarung soll die Aufgabe der Stadt
übertragen werden, die Finanzverantwortung bleibt aber beim
Land. Planung und Realisierung könnten so bis 2016
abgeschlossen werden.
Eigentlich wäre zu erwarten gewesen, die Zustimmung des
Stadtrates sei reine Formsache, zumal auch die immer
geforderte Bürgerbeteiligung wesentlicher
Beschlussgegenstand war. Schließlich will die Verwaltung
keinen Hochwasserschutz gegen sondern für die Bevölkerung.
Der Stadtentwicklungsausschuss hat auch einstimmig
zugestimmt, nicht aber der Umweltausschuss.
Hier gab es insbesondere von Grünen und SPD, aber auch von
der Vertreterin der Bürgerfraktion auf einmal erhebliches
Misstrauen gegenüber der Verwaltung und die Vermutung, dass
hinter dem Rücken der betroffenen Bürger Schlimmstes
geplant und Laubegast gar eingemauert werden könnte.
Beschlossen wurde gegen unsere Stimmen, neben bereits von
der Verwaltung vorgeschlagenen, noch weitere
Einzelbeschlüsse des Stadtrates in die Zeitkette
einzubauen, noch mehr öffentlichen Veranstaltungen
durchzuführen sowie in einem zusätzlichen Beschlusspunkt
die Oberbürgermeisterin zu beauftragen, „gemeinsam mit den
Betroffenen ein Konzept zu deren Beteiligung zu
entwickeln.“
Die CDU-Fraktion sieht durch diese zusätzlichen Forderungen
den Hochwasserschutz im Dresdner Osten erheblich gefährdet.
Es werden zusätzliche Mittel nötig, es wird erhebliche
Verzögerungen geben, und ob der Partner
Landestalsperrenverwaltung dann überhaupt noch mitmacht,
ist ungewiss.
Wenn es mit dem Hochwasserschutz im Dresdner Osten also
erheblich länger dauert, dann sollte man nicht auf die
Stadtverwaltung schimpfen, sondern sich bei den dafür
Verantwortlichen „bedanken“: Den rot-grünen Stadträtinnen
und -räten, die die Planungen auch von fachlichen
Einzelheiten im Wesentlichen auf dem Weg einer Vielzahl von
öffentlichen Versammlungen und Stadtratsbeschlüssen
durchführen und nicht wahrhaben wollen, dass grundsätzliche
Wege und Lösungen einer öffentlichen Diskussion und
Bestätigung bedürfen, fachliche Einzelheiten aber Aufgabe
hochspezialisierter Fachplaner bleiben sollten.
Die Stadtverwaltung hat die Vorlage erst einmal gestoppt,
die Behandlung im Stadtrat ist ausgesetzt.
Dr. Helfried Reuther
(Pressesprecher)
25.2.2010 |