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Antwort auf den Leserbrief von Prof. Coers in der DNN vom 16./17.1.10

Presseerklärung

Da die Dresdner Neueste Nachrichten lt. Chefredakteur Dirk Birgel mir nicht die Gelegenheit gibt, in einem Leserbrief zu antworten, da ich ja nicht persönlich angesprochen sei und die Parteien andere Möglichkeiten hätten, sich zu äußern und zu reagieren, hier meine Antwort als Pressemitteilung:

Unter der Überschrift „Demokratie contra Demagogie“ war auf der Leserbriefseite der DNN vom 16./17.1.10 über drei Spalten ein Brief von Herrn Prof. Coers zu lesen, der mir als Pressesprecher der CDU-Fraktion vorwarf, mit der Pressemitteilung der Fraktion vom 6. Januar die Demokratie in Dresden zu beschädigen und Demagogie zu betreiben. Allerdings verwechselt der Schreiber Ursache und Wirkung, so dass man ihm Gleiches vorwerfen könnte. Ich möchte deshalb ganz sachlich folgendes feststellen:

Der gegenwärtige Stopp der Verschiebung des Brückenbogens ist auf ein Versäumnis der Planung zurückzuführen. Das ist bedauerlich und wird möglicherweise auch geringe finanzielle Konsequenzen haben. Allerdings ist das kein Fehler der Planfeststellung, denn erst nach der Genehmigung wird üblicherweise die Bauausführung geplant. Es geht darum, dass für wenige Wochen für das Einschwimmen der Strombrücke eine ca. 2000 qm große Fläche in Anspruch genommen werden soll, die nicht im Planfeststellungsbeschluss angegeben worden ist. Recht und Gesetz sind selbstverständlich einzuhalten, und die Genehmigung dafür ist zu beantragen. Die Fläche wird, entsprechenden Elbpegel vorausgesetzt, noch vor Beginn der Vegetationsperiode wieder renaturiert. Das ist nicht zu vergleichen mit mehreren 100 Metern Elbverlegung über viele Monate, die für einen Tunnelbau erforderlich gewesen wären.

Die durch den jetzigen Stopp entstehenden Mehrkosten sind ein Bruchteil dessen, was die Verzögerung des Baus durch die Umweltverbände verursacht hat. Hätte man vor drei Jahren mit dem Bau beginnen können, wären die Baukosten erheblich niedriger gewesen, - die damaligen Angebote belegen das -, ebenso die Stahlpreise. Und der Brückenbogen hätte auch von einem sächsischen Unternehmen geliefert werden können. Durch diese Verzögerungen sind Mehrkosten im zweistelligen Millionenbereich entstanden.

Die Demokratie hat nicht durch unsere jetzige Pressemitteilung gelitten sondern dadurch, dass die Brückengegner das Ergebnis des Bürgerentscheids nicht akzeptiert haben, ihn mit allen Mitteln bekämpft und dazu selbst die Unesco instrumentalisiert haben. Hätten die Dresdner bei der Unesco mit einer Stimme gesprochen, wäre das Ergebnis in Sevilla sicherlich ein anderes gewesen.

Schließlich noch zu den Beiträgen im Internet. Mir zeigen die Zitate den Frust der Schreiber, den sie wegen der Bauverzögerung empfinden. Sie wollen die Brücke endlich fertig gestellt haben. Wenn sie sich dabei im Ton vergreifen, ist das wohl kaum mir anzulasten. Im Übrigen kann ich mich nicht entsinnen, dass der Leserbriefschreiber Prof. Coers sich gegen persönliche Gewaltandrohungen gegen Brückenbefürworter oder gegen ähnliche Formulierungen in anderen Foren beispielsweise in der DNN („Keine Unesco-Diktatur im Elbtal!“) gewandt hat.

Man könnte die Vorwürfe samt und sonders an den Leserbriefschreiber zurückzugeben. Das will ich aber gar nicht tun, sondern, wie auch an anderer Stelle schon, empfehlen, getroffene Entscheidungen endlich zu akzeptieren und nicht ständig neue Gräben aufzureißen.


Dr. Helfried Reuther
(Pressesprecher)

 

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Interessante Quellen und Originaldokumente
zur Waldschlößchenbrücke, zu den Gerichtsentscheidungen, zu einem Elbtunnel und zur UNESCO

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