Bürgermeister Marx handelt eigenmächtig und ohne
Rückendeckung
Presseerklärung
Die CDU-Fraktion im Dresdner Stadtrat erklärt ihr
absolutes Unverständnis über die eigenmächtige Einleitung
der Wiederaufnahme des Planfeststellungsverfahrens (PFV)
zur Königsbrücker Straße zwischen Albertplatz und
Stauffenbergallee durch Herrn Bürgermeister Jörn Marx.
Bürgermeister Marx wurde am 3.4.2009 von der
Landesdirektion informiert, dass die bisherige Planung des
Ausbaus der Königsbrücker Straße nicht förderfähig ist.
Diese Einschätzung wurde am 9.4.2009 durch das SMWA
bestätigt. Die Oberbürgermeisterin hat daraufhin das PFV
angehalten und die Erarbeitung bzw. Fortführung
genehmigungsfähiger Planungsvarianten angewiesen.
Entgegen dieser Festlegungen hat Bürgermeister Marx am 30.
September 2009 gegenüber der Landesdirektion die
Wiederaufnahme des ursprünglichen PFV erklärt. Dies
erfolgte ohne Rücksprache mit den Verantwortlichen in
Politik und Verwaltung und gegen die ausdrücklichen
Warnungen der ihm unterstellten Ämter.
Die Teilnehmer der 2. Dresden-Konferenz am 9. Oktober 2009
(Vertreter von Stadtverwaltung, Landesdirektion, DVB und
SMWA) einigten sich ohne Kenntnis des Antrags zur
Wiederaufnahme des PFV darauf, einen vierstreifigen Ausbau
der Königsbrücker als Vorzugsvariante zu betrachten. Bis zu
einer endgültigen Entscheidung sollten aber erst die
Verkehrsprognosezahlen 2025 abgewartet werden, die
voraussichtlich im April 2010 vorliegen.
Dieses Votum wurde durch Herrn Marx nicht zum Anlass
genommen, die eigenmächtig eingeleitete Wiederaufnahme des
PFV zu stoppen. Nicht einmal der Versuch dazu ist uns
bekannt. Und: Es wurde gegen die Anweisung der
Oberbürgermeisterin gehandelt.
Der Ausbau der Königsbrücker Straße ohne Inanspruchnahme
von Fördermitteln ist für Dresden nicht finanzierbar. Der
leichtfertige Verzicht des Bürgermeisters auf diese Mittel
stellt in unseren Augen einen Verstoß gegen das Gebot der
Wirtschaftlichkeit und Sparsamkeit dar.
Für uns ist das Handeln von Bürgermeister Marx weder aus
menschlicher noch aus finanzieller oder aus fachlicher
Sicht nachvollziehbar, und wir sind sehr enttäuscht
darüber.
Aus diesem Grund wird der Vorstand unserer Fraktion mit
Herrn Marx seine Beweggründe, die aktuellen
Handlungsoptionen und die Art und Weise der zukünftigen
Zusammenarbeit besprechen. Wir werden gemeinsam die
Möglichkeiten prüfen, solches Handeln zuungunsten der
Landeshauptstadt Dresden zukünftig zu vermeiden. Wir gehen
davon aus, dass die Wiederaufnahme des PFV zurückgenommen
wird und dieses, wie ursprünglich vorgesehen, bis zum
Vorliegen der Verkehrsprognosezahlen weiter ruhen wird.
Dr. Helfried Reuther
(Pressesprecher)
4.11.2009 |